
Der Schulgleiter SG-38 oder SG 38 ist wohl eines der bekanntesten Oldtimer-Gleitflugzeuge, da aufgrund seiner
Verbreitung in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren kein Pilot am Schulgleiter zur
Anfängerschulung vorbei kam. Heute hat sich die Anzahl auf ein Dutzend flugfähige Exemplare reduziert,
weil die Anfängerausbildung schon längst nicht mehr auf einsitzigen Segelflugzeugen ausgeführt wird.
Nichtsdestotrotz erfreut sich der Schulgleiter bei Vorführungen großer Beliebtheit, sodaß nicht
nur die erhaltenen Exemplare weiter gepflegt werden, sondern sogar neue Repliken entstehen.
Und daß es neben den SG 38 noch eine Reihe von weiteren Schulgleiter-Typen wie den "Hol's der Teufel"
gab und gibt, wissen nur wenige.
Auch in diesem Jahr möchte die Oldtimer-Gruppe um Jirí Leník die Oldtimer-Gleitflugzeuge Schulgleiter SG 38
und "Hol's der Teufel" wieder auf die Reise schicken, um sie auf Flugplatzfesten zu einer Vorführung im Autoschlepp,
Gummiseilstart, F-Schlepp oder Windenschlepp starten zu lassen oder zu ähnlichen Veranstaltungen auch nur zum Anfassen und
Draufsetzen aufzustellen.
Rückblickend sind der SG 38 und der "Hol's der Teufel" wahrscheinlich auf den verschiedensten
Flugveranstaltungen eine Attraktion gewesen und eine Freude für Menschen, die damals das Fliegen auf einem
Schulgleiter erlernt oder erlebt hatten. Dabei konnten die Schulgleiter sowohl bei der Flugvorführung beobachtet
werden als auch mit den Piloten Gespräche geführt werden.
Ein weiteres Angebot ist das Selberfliegen mit den Schulgleitern. Dies ist ausdrücklich möglich. Gern kommen wir an
einem oder mehreren Tagen zu Fliegerclubs und ermöglichen den interessierten Clubmitgliedern ein unvergleichliches
Flugerlebnis. Voraussetzungen für das Schulgleiter-Fliegen von Clubmitgliedern des Vereines sind
eine nachgewiesene gültige Fluglizenz, eine Flugerfahrung von mehr als 100h als verantwortlicher Pilot
sowie eine maximale persönliche Eigenmasse bis 90kg. Gestartet wird üblicherweise im Windenschlepp.
Die folgenden Termine erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Gewähr. Über die genannten Termine hinaus
sind die Oldtimer bei vielen weiteren Veranstaltungen präsent. Informationen dazu finden Sie bei den
Flugveranstaltungen selbst und in der Tagespresse.
| 28.09.-30.09.2012 | Herbstliches Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 05.09.-06.09.2012 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 24.08.-26.08.2012 | 16. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| August 2012 | Schulgleiterfliegen in Rossitten auf der kurischen Nehrung |
| 30.07.-09.08.2012 | 40. Internationale VGC Rally - Pociunia (Litauen) |
| 23.07.-28.07.2012 | Rendezvous VGC Rally - Olsztyn (Polen) |
| 23.06.-24.06.2012 | 80 Jahre Flugplatz Raná und Erwin Primawesi - Rana bei Louny (Tschechien) |
| 08.06.-10.06.2012 | Flugplatzfest Göpfersdorf |
| 23.05.-01.06.2012 | 33. Baby-Treffen in Grunau (Polen) |
| 12.05.-13.05.2012 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 05.05.-06.05.2012 | Grossflugtage in Chemnitz/Jahnsdorf |
| 28.04.-01.05.2012 | Gummiseilfliegen am Hang in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 24.09.-28.09.2011 | Herbstliches Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 07.09.-11.09.2011 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 26.08.-28.08.2011 | 15. Kleines Segelflugzeug-Oldtimer-Treffen Anklam - Fliegerklub "Otto Lilienthal" Anklam e.V. |
| 30.07.-07.08.2011 | 39. Internationale VGC Rally - Airfield Spitzerberg (Österreich) |
| 02.07.-03.07.2011 | Fly-In und Tag der offenen Tür in Riesa-Göhlis - Fliegerklub Riesa e.V. |
| 11.06.-19.06.2011 | 32. Grunau Baby-Treffen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 21.05.-22.05.2011 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 24.02.-27.02.2011 | "Airlebnistage" in Siebenlehn |
| 25.09.-26.09.2010 | Herbstliches Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 09.10.-10.10.2010 | SG 38 am Schäferstuhl - Flugplatz Schäferstuhl-Salzgitter |
| 11.09.-12.09.2010 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 25.08.-29.08.2010 | 14. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Nardt |
| 31.07.-08.08.2010 | 38. Internationales VGC-Treffen in Norfolk - Flugplatz Tibenham (UK) |
| 19.06.-20.06.2010 | Fly-In in Langhennersdorf - Fliegerclub Langhennersdorf e.V. |
| 08.05.-09.05.2010 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 03.04.-04.04.2010 | Gummiseilfliegen am Hang in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 26.09.-28.09.2009 | Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 05.09.-06.09.2009 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 29.08.-30.08.2009 | 13. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Perleberg |
| 08.07.-12.07.2009 | 16. POTK Plachtarský Oldtimer Klub - Stankov bei Plzen |
| 04.07.-05.07.2009 | "Zirkus am Himmel" über Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V. |
| 21.05.-22.05.2009 | Flugplatzfest Salzwedel - Luftsportverein Salzwedel e.V. / Klein Gartz |
| 16.05.-17.05.2009 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 11.04.-12.04.2009 | 80 Jahre Segelflugverein Bielefeld |
| 25.10.-26.10.2008 | Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien) |
| 18.10.2008 | 75 Jahre Segelflug-Post - Schwartenberg-Neuhausen (Erzgebirge) |
| 13.09.-14.09.2008 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 30.08.-31.08.2008 | 12. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Brandenburg |
| 16.08.-17.08.2008 | Flugplatzfest in Zwickau |
| 06.07.2008 | Autoschlepp auf dem Flugplatz Reinsdorf |
| 05.07.2008 | Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V. |
| 21.06.-22.06.2008 | 50 Jahre Flugplatz Pirna (bei Dresden) - Aeroclub Pirna e.V. |
| 15.06.2008 | Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode |
| 08.06.2008 | Fliegerfest Bronkow - Fliegerclub Bronkow e.V. |
| 24.05.-25.05.2008 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 11.05.2008 | "Hol's der Teufel" - Streckenflug in Grunau |
| 20.10.-21.10.2007 | Herbstlehrgang- Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 15.09.2007 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 09.09.2007 | Luftsporttag 2007 und Besuchertag - aeroteamKLIX |
| 25.08.-26.08.2007 | 50 Jahre Flugplatz Auerbach - Fliegerklub Auerbach/Vogtl. e.V. |
| 18.08.-19.08.2007 | Flugtage in Bautzen - Flugplatzparty für die ganze Familie |
| 18.08.2007 | "Hol's der Teufel" - Fliegen am Hutberg in Kamenz |
| 20.07.-21.07.2007 | VGC Rendezvous 2007 - Aeroklub Raná bei Louny (CZ) |
| 14.07.-15.07.2007 | Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V. |
| 07.07.2007 | 80 Jahre Fliegen - Flugplatz Welzow |
| 01.07.2007 | Landesjugendvergleichsfliegen - Flugplatz Pirna (bei Dresden) |
| 17.06.2007 | Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode |
| 16.06.2007 | Zlin-Treffen und Tag der offenen Tür - Fliegerclub Kamenz e.V. |
| 10.06.2007 | Fliegerfest 70 Jahre Flugplatz Bronkow - Fliegerclub Bronkow e.V. |
| 19.05.-20.05.2007 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 06.05.2007 | Gummiseilstart-Tag - Aeroklub Hoyerswerda e.V. |
| 29.10.-01.11.2006 | Dresdner Herbst - Messe Dresden Stand DAeC |
| 16.09.-17.09.2006 | Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf |
| 09.09.-10.09.2006 | 50 Jahre Flugplatz Böhlen - Fliegerclub Böhlen e.V. |
| 02.09.2006 | 50 Jahre Segelwiese Riesa - Segelfliegerclub Riesa-Canitz e.V. |
| 26.08.-27.08.2006 | 80 Jahre Flugplatz Zwickau - Flugplatzfest in Zwickau |
| 19.08.-20.08.2006 | Flugtage in Bautzen - Flugplatzparty für die ganze Familie |
| 11.08.-13.08.2006 | 10. Kleines Segelflieger-Oldtimertreffen in Stölln/Rhinow |
| 15.07.-16.07.2006 | Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V. |
| 18.06.2006 | Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode |
| 03.06.-04.06.2006 | Flugplatzfest Kamenz - AERO Lausitz |
| 20.05.-21.05.2006 | Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V. |
| 2005 | Klix, Neuhausen |
| 2004 | Oschatz |
| 2003 | Taucha |
| 2002 | Eisenhüttenstadt, Greiz, Göpfersdorf |
| 1998 | Schwarzheide |
| 1997 | Görlitz, Langhennersdorf, Bronkow, Auerbach |
| 1996 | Zwickau |
| 1995 | Finsterwalde, Marping, Pirna |
| 05.08.1994 | Erstflug nach Grundüberholung in Nardt |
Mit dem Begriff Schulgleiter kann eine ganze Generation von Gleitflugzeugtypen bezeichnet werden, die alle etwas gemeinsam hatten: sie waren einfach und preiswert im Aufbau, leicht zu fliegen und damit ideal für die vorherrschende Einsitzerschulung geeignet, da im Falle eines Falles Reparaturen einfach zu bewerkstelligen waren. Und heute sind es alle Oldtimer. Zu den Schulgleitern gehören bekannte Typen wie "Hol's der Teufel", Schädelspalter, Zögling, SG 38, aber auch weniger bekannte Typen wie Besenstielkiste, Honza, Salamandra, T.38, ..
Der Urtyp der Schulgleiter-Familie ist wohl der Gleiter "Hol's der Teufel", konstruiert 1923 von Alexander Lippisch.
Über seine Entstehungsgeschichte schreibt Fritz Stamer in seinen Erinnerungen "Zwölf Jahre Wasserkuppe"
folgendes:
Es wurde wieder einsamer auf der Wasserkuppe. Nur Dr. Allasch und Bergwyk wollten mit uns überwintern [1922/23].
Wir hatten noch eine Maschine hinzubekommen. Hangwind [Rufname von Alexander Lippisch] hatte sie entworfen, und die
Schweden hatten eifrig daran mitgebaut. Sie schlugen sich bei der ungewohnten Beschäftigung des Nagelns häufig auf die Finger.
"Djavlar - anamma" fluchten sie dann, und sie fluchten den ganzen Tag. Wir haben die Maschine dann so getauft.
"Hol's der Teufel" oder so ähnlich hieße das, hatten uns die Schweden auf Befragen mitgeteilt. In Gesellschaft
schwedischer Damen haben wir dann bald darauf ein peinliches Schweigen mit unseren schwedischen Kenntnissen verursacht.
Dieser Kernfluch hieße übersetzt unaussprechlich anders, wurde uns jetzt gestanden, doch wie - das wissen
wir leider immer noch nicht, so dass wir auch auf Nachfrage keine Auskunft geben können. Die Maschine aber, die
wir nun vorsichtshalber "Hol's der Teufel" nannten, flog ausgezeichnet, segelte bei wenig Wind, war einfach
und billig und leicht zu bauen. Sie wurde zur Stammesmutter einer ganzen Gruppe ähnlicher Maschinen. Wir glaubten in
ihr ein Übungsflugzeug geschaffen zu haben.
Der "Hols der Teufel" ist einer der Urväter des Schulgleiters SG 38, von Alexander Lippisch 1923 konstruiert
und als erstes Serienprodukt von Alexander Schleicher ab 1927 gebaut. Nichtsdestotrotz sind erstaunlicherweise die Flugleistungen
des "Teufels" erheblich besser als die des 10 Jahre später in großer Stückzahl gebauten und bekannteren SG 38.
Ein besonders Detail in der Geschichte des "Hol's der Teufel" ergibt sich aus historischen Hinweisen, nach denen die Gebrüder Horten vor dem Bau der Horten H Va die Verwendung von Trolitax® (Verbundwerkstoff, der aus duroplastischen Harzen als Bindemittel und Faser-Flächengebilden als Harzträger besteht) an einem "Hol's der Teufel" ausprobierten, indem sie dessen Fläche aus Trolitax® bauten und damit wichtige Erfahrungen sammeln konnten. Gleichzeitig wäre der "Hol's der Teufel" damit eines der ersten jemals gebauten Kunststoffflugzeuge.
Das wieder auferstandene Gleitflugzeug der tschechischen Fliegerfreunde Leník, Krejcí und den Maleschka's ist mit Verstrebungen wie die meisten "Teufel" gebaut wurden. Erste Exemplare des "Teufels" hatten allerdings wie der SG 38 noch einen Spannturm und Seilverspannungen. Der Erstflug der Replika fand nach über 3000 Baustunden im Mai 2004 statt. Seitdem begeistert dieses Flugzeug mit häufigen Vorführungen und der Einladung zum Selberfliegen die Piloten und Zuschauer.
Der Schulgleiter SG 38 wurde 1938 entwickelt und ist wohl eines der am weitesten verbreiteten Flugzeuge der
Ära der Alleinflugausbildung in den vierziger Jahren. Dieses Gleitflugzeug wurde in großer Stückzahl
sowohl im Amateurbau als auch im Industriebau hergestellt und wurde hauptsächlich zur Anfängerschulung
eingesetzt.
Und auch beim Neuanfang des Segelfluges in den fünfziger Jahren begann man mit der Ausbildung auf dem
Schulgleiter.
Als Konstrukteure des Schulgleiters SG 38 gelten Fritz Stamer und Alexander Lippisch. Weiterhin zählen die
Flugzeugbauer und Konstrukteure Edmund Schneider (Grunau-Baby), der Produktionsleiter Ludwig Hofmann und der
Erpobungspilot Rehberg aus dem Flugzeugwerk Schneider in Grunau (Jezów Sudecki), nahe dem heutigen Jelenia
Góra in Polen dazu. Übrigens bezieht sich die Abkürzung SG eigentlich nicht auf die Bezeichnung Schul-Gleiter,
sondern auf Schneider in Grunau.
Neben dem "Hol's der Teufel" wurde der Schulgleiter SG 38 aus den Mustern Zögling 31 und Zögling 35
sowie dem Grunau 9 (dem legendären Schädelspalter) weiterentwickelt, an denen Fritz Stamer und Alexander
Lippisch ebenfalls maßgeblich beteiligt waren. Dieses Flugzeug eignete sich besonders für die damals
übliche Einsitzer-Schulung, da es auch härtere Landungen leicht wegstecken konnte. Tausende von Piloten
machten ihre ersten Sprünge auf einem SG 38 und kaum ein Gleitflugzeug wurde häufiger gebaut und geflogen ..
an einfachen Gleitflugzeugen brachten 1938 den ausgereiftesten Schulgleiter als Einheitstyp für die Anfängerschulung hervor. Durch die Verbesserung des Zöglingprofiles konnte eine Leistungssteigerung erreicht werden. Neben den industriell gefertigten ca. 8.750 Exemplaren entstanden auch in den folgenden Jahrzehnten auch in den Segelflugvereinen eine weitgehend unbekannte Menge. Er flog in vielen Ländern und war auch in der DDR bis etwa 1960 das Standard- Schulflugzeug. In den 50er Jahren wurden im VEB Apparatebau Lommatzsch (Sachsen) sowie im VEB Waggonbau Gotha eine große Anzahl von Schulgleitern gebaut. In Großbritannien produzierte die Firma Slingsby den Gleiter als T.38 (Grasshopper genannt). Dabei erhielt er einige Änderungen an Tragfläche und Leitwerk.
Durch den einfach gehaltenen Aufbau eignete sich der SG 38 zur serienmäßigen Herstellung in Flugzeugwerften,
aber auch zum Bau in Fliegergruppen.
Der Schulgleiter SG 38 ist ein stahldrahtverspannter Hochdecker in Holzbauweise. Der Rumpf, Spannturm und
Gitterschwanz bilden ein ebenes Holzfachwerk. Der Flügel ist zweiteilig und hat eine geringe V-Form.
Gespleisste Drahtseile zwischen dem Spannturm oben und dem Rumpf unten geben der Fläche den notwendigen Halt.
Der als Gitterschwanz ausgebildete Leitwerksträger wird mit Bolzen am Spannturm angesteckt. Die Anlenkung
der Ruderflächen erfolgt über zahlreiche Drahtseile und Umlenkrollen, die am Rumpf, Gitterschwanz, sowie
in den Tragflächen angebracht sind. Die Verwindungen der Querruder am Ruderaußenende nach oben dienen
der Querstabilität und beugen Randbogenbeschädigungen am Boden vor. Zum Austrimmung werden je nach Gewicht
des Piloten Bleigewichte vor den Steuerpedalen bzw. am hinteren Spannturm angebracht. Die gefederte Kufe
ist aus Eschenholz gefertigt.
Gegenwärtig gibt es noch einige flugfähige Gleiter in Deutschland, davon
3 Exemplare aus der DDR-Zeit. Der Schulgleiter SG 38 mit der heutigen Zulassung D-7738 wurde
am 28.10.1953 in Dienst gestellt und flog bis zum 19.07.1967 unter seiner Zulassungsnummer 269
am Flugplatz Bronkow. Der eingesetzte Leim begrenzte die Lebensdauer des Fluggerätes
auf 15 Jahre. Nach jahrzehntelanger Unterbringung an den Flugplätzen Nardt (Sachsen) und
Bronkow (Brandenburg) wurde der Schulgleiter von den Fliegerkameraden des Aeroklub Hoyerswerda e.V.
unter Leitung des Werkstattleiters Herbert Hansel zwischen 1992 und 1994 grundüberholt. Am 05.08.1994 wurde
das Flugzeug durch den Fluglehrer Heinz Mehlhose erneut eingeflogen.
Seit dem 05.07.2006 ist der SG 38 D-7738 für den Flugzeugschlepp zugelassen.
Die Lackierung und die Kennzeichnung (außer dem jetzigen Kennzeichen) sind originalgetreu. Der Schulgleiter
dient heute als Oldtimer und fliegender Zeitzeuge der Luftfahrtgeschichte.
Im folgenden möchte ich einige oft gestellte Fragen zum Schulgleiter beantworten. Die Antwort entsprechen dabei meiner persönlichen Meinung und Erfahrung. Weitere Fragen können gern gestellt oder auch konstruktive Antworten gegeben werden.
Nein, eigentlich nicht. Herunterfallen kann man nicht, da man mit sicheren 4-Punkt-Gurten
fest am Schulgleiter angeschnallt ist. Ein Fallschirm findet aus Platz- und Massegründen keine Verwendung,
dieser macht bei dem genutzten Einsatzprofil bis in Höhen von 300m auch keinen Sinn.
Natürlich hat der Schulgleiter im Falles eines Unfalles kein Sicherheitscockpit und keine Airbags.
Deshalb gilt auch hier, stets entsprechende Vorsorge zum sicheren Fliegen zu treffen. Der Schulgleiter wird
in gleicher Weise wie die "normalen" Segelflugzeuge gewartet und geprüft. Jährlich besteht der SG 38
eine sogenannte Jahresnachprüfung. Zusätzlich finden ab und zu Belastungstests statt, die den SG 38 bis auf
das zulässige Maß unter kontrollierten Bedingungen belasten und dessen Festigkeit belegen.
Letztlich ist der SG 38 original mit einem Gurtkraftbegrenzer ausgestattet, der bei einem Aufprall die
Gurte maßvoll nachgeben lässt.
Auch hier nein. Mut braucht man zum Segelfliegen eigentlich nie, da es bei Einhaltung aller Regeln ein sehr sicherer Sport ist. Und Höhenangst spielt meineserachtens auch keine Rolle. Ich selbst habe Höhenangst und stehe nur unsicher vor einem Abgrund. Aber diese Höhenangst hat nichts mit dem Fliegen des offenen Schulgleiters zu tun, weil das Gefühl des Abgrunds fehlt. Vielmehr erfährt man bei der Ausbildung und beim späteren Fliegen das Gefühl, selbst Teil des Flugzeuges zu sein bzw. selbst Fliegen zu können. Man fühlt irgendwann das Flugzeug, das einen umgibt, nicht mehr, sondern hat nur noch das Gefühl des Fliegens. Und das gibt Sicherheit. Dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob das Flugzeug offen und geschlossen ist.
Und dies hat sogar gleich mehrere Vorteile: Erstens sind die Sicht nach draußen und das Fluggefühl gigantisch. Zweitens konnte der Lehrer bei der damaligen Einsitzer-Anfängerschulung den Schüler genau beobachten. Drittens erleichtert die offene Bauweise die schnelle Kontrolle aller wichtigen Teile. Viertens ist diese Bauweise natürlich sehr preiswert. Und letztlich, das war wohl der wichtigste Aspekt aus damaliger Sicht, bietet diese Bauart einen gewissen Schutz vor Verletzungen durch scharfkantige Flugzeugteile bei einer Bruchlandung.
Richtig. Die originalen Schulgleiter hatten keine Instrumente, diese waren für den vorgesehenen
Ausbildungszweck auch nicht notwendig. Dazu schreibt Fritz Stamer in seinem
"Handbuch für den Jungsegelflieger" zur Anfängerschulung ganz richtig:
Fliegen ist Geschwindigkeit. Man könnte also auch nach einem Geschwindigkeitsmesser fliegen.
Da nun aber jedes Instrument Störungsmöglichkeiten unterworfen ist, andererseits fliegerisches Gefühl
sich kaum in gewünschtem Maße entwickeln wird, wenn der Schüler sklavisch nach einem Instrument fliegt,
ist es schon besser, zuerst weniger nach Geschwindigkeit als vielmehr nach der richtigen Lage
des Flugzeuges in der Luft zu fliegen.
Da die in Deutschland zugelassenen Schulgleiter allerdings die
Bauvorschriften von Segelflugzeugen erfüllen müssen, ist eine Mindestinstrumentierung Pflicht. Auch
ist es für viele heutige Piloten nur schwer einsehbar, daß man ein Flugzeug sehr wohl völlig ohne Instrumente
fliegen kann. Im übrigen sind die Nachrüstungen der Instrumentenpilze in Eigeninitiative von den Haltern
ausgeführt wurden, sodaß sich die Schulgleiter auch anhand ihrer Instrumentenbretter gut unterscheiden lassen.
Nicht ganz. Auch mit den Oldtimer-Gleitflugzeugen sind respektable Strecken zu fliegen.
Folgender Flugbericht aus Grunau, dem heutigen Jezów Sudecki, über
einen freien 50 km Vieleck-Flug 2008 von Ulf Kern beweist, daß die Oldtimer noch lange nicht zum
alten Eisen gehören.
Inzwischen hat Ulf Kern einen 101 km Streckenflug mit dem
Hol's der Teufel erflogen und damit alle Bedingungen für die Silber-C auch auf diesem Oldtimer
erreicht.
Im Musterblatt (heute Gerätekennblatt) der Prüfstelle für Luftfahrtgerät von 1938 steht zum Schulgleiter:
Bemerkung: In Prüfschein eintragen: Größte Flughöhe über Grund: 300m, Ohne Boot bzw. Blickvisier,
für Schulflüge mit B- und C-Aufträgen nicht zugelassen.
Diese Einschränkung ist noch immer gültig! Ursprünglich war sie sicher dazu gedacht, die Gleitflugzeuge (Anfängerschulung)
von den Segelflugzeugen (Fortgeschrittenenschulung) abzugrenzen. Die Gleitflugzeuge hatten ja keine Instrumente
und oft auch kein Boot, um die geflogene Geschwindigkeit sicher beurteilen zu können. Diese Einschränkung gilt
meineserachtens für alle in Deutschland zugelassenen Schulgleiter. Die beiden tschechischen Schulgleiter sind
davon nicht betroffen.
Unser SG 38 hat eine modifizierte "Sicherheitskupplung Europa G 88" des Herstellers "Tost". Original wurden solche Kupplungen nicht verbaut, sondern nur der Haken für den Gummiseilstart. Wenn jedoch eine Kupplung verwendet wurde, wurde sie nach meinen Informationen als Fertigteil gekauft und ist deshalb auch nicht auf den Zeichnungen zum Selbstbau enthalten. Die SG 38 setzen verschiedene Kupplungen ein, beispielsweise nutzt der tschechische SG 38 eine original NSFK-Kupplung (siehe auch Bauberichte).
Ja. Fritz Stamer schreibt dazu:
Für Gleitflugzeuge, welche zu Schulungszwecken Verwendung finden, werden bestimmte
Bedingungen gefordert, die darauf beruhen, daß das Anfänger-Gleitflugzeug die größtmögliche Sicherheit beim Schulen
gewährleisten soll. Diese vom Forschungsinstitut der Rhön-Rossitten-Gesellschaft aufgestellten Bedingungen lauten:
Auf der folgenden Seite werden technische Bauzeichnungen, Beschreibungen, Unterlagen, Änderungen
und Baupläne für den Schulgleiter SG 38 in digitaler Form kostenlos zur Verfügung gestellt. Aufgrund
der Fülle an Material wird der Datenbestand laufend erweitert und ist momentan noch nicht vollständig.
Dabei wird vorerst verzichtet, alle Zeichnungen, Unterlagen und Baupläne wieder als originale
A0-Zeichnungen zusammenzusetzen.
Die Zeichnungen werden mit Zeichnungsnummer und einer laufenden Scan-Nummer ergänzt. Ein HTML-Framework bindet
die Einzelseiten wieder zusammen. Um den kompletten Zeichnungsatz für den Schulgleiter SG 38 abzurufen empfehle
ich die Nutzung eines Tools wie HTTrack oder WGet. Zur Ansicht der CAD-Zeichnungen ist ein zusätzlicher Viewer
für das verwendete DWG-Format notwendig, beispielsweise eDrawings™.
Für die Zukunft ist die Abgabe der Pläne auch als CD-ROM geplant.
Mit freundlicher Unterstützung durch Semih Oksay, Gerhard Maleschka, Jirí Leník, dem tschechischen
Plachtarský Old Timer Club und dem Aeroklub Hoyerswerda e.V.
Nutzungsbedingungen: Diese Zeichnungen sind ausdrücklich
zur kostenlosen Weitergabe bestimmt und dürfen nicht verkauft werden. Ausnahmen sind allein Porto
und Kopierkosten, sofern diese aufgetreten sind. Um den Missbrauch nicht zu unterstützen, ist der
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Zur Dokumentenablage der Technischen Unterlagen
Die Original-Zeichnungen sind wohl um die 50 Jahre und älter. Sollten deshalb Teile von Zeichnungen nicht mehr eindeutig
lesbar sein, so bitte ich um eine kurze Mitteilung. Ich werde versuchen, diese Zeichnungsteile mit Hilfe weiterer zur Verfügung
stehender Zeichnungssätze zu verbessern und lesbar zu machen.
Zur Unterstützung gibt es eine Galerie von Fotos mit
Detailaufnahmen von SG 38 Baugruppen. Alle mit einem rotem Rahmen gekennzeichneten Minibilder können
durch Klick auf das Format 3264x2448 vergrößert werden.
Sollten Details fehlen, können diese auf Nachfrage gern eingestellt werden.
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oder telefonisch Alexander Görnitz über den Aeroklub Hoyerswerda e.V. - Flugplatz Nardt
.. Es ist nicht uns're Schuld, daß die Welt ist wie sie ist,
es wär' nur uns're Schuld, wenn sie so bleibt .. Frei nach 'Die Ärzte'