Schulgleiter und Hols der Teufel in Rana

Schulgleiter SG 38 in Rana


Grunau Baby Treffen 2011 Grunau Baby Treffen 2011

32. Grunau Baby-Treffen 2011 in Rana

Das 32. Grunau Baby-Treffen 2011 fand vom 11.-19.06.2011 in Rana bei Louny/Tschechische Republik statt. Eingeladen waren alle Grunau-Baby IIb, Grunau-Baby 3, DDR-Baby und Krajánek. Weitere Informationen gibt es auch unter http://baby2011.comehere.cz/ und viel zu sehen auf diesem sehenswerten Video zum Treffen.

Das Segelfluggelände in Rana wurde in den 30er Jahren von der deutschen AKAFLIEG der Universität Prag erschlossen und befindet sich in etwa auf halber Strecke zwischen Dresden und Prag. Der Aeroklub Rana betreibt zwei Grasbahnen (04/22 und 11/29) mit ca. 800 Metern an deren östlicher Seite sich ein Hang von ca. 1000 Meter Länge und 200 Meter Höhe (mehrere Vulkankegel) befindet.

Zum 32. Baby-Treffen wurde der "Erwin-Primavesi-Pokal" ausgeschrieben, der an den Segelflugpionier Erwin Primavesi erinnern soll. Erwin Primavesi hatte ab 1932 das Fluggelände am Berg Rana erschlossen und aufgebaut. Am 12.08.1938 flog er mit einem Grunau-Baby II einen Streckenflug über 40 km von Rana (Rannay) nach Hermsdorf im Erzgebirge. Das war bis dahin der weiteste Streckenflug von Rana aus, wobei er gleichzeitig die tschechisch-deutsche Grenze überflog. Über diesen Flug und die damit verbundenen Komplikationen schrieb die Sudetendeutsche Zeitung 1951 folgendes:

Segelflug über die Grüne Grenze - Erinnnerungen eines Segelflieger / Erwin Primavesi
Es ist der 12. August. Wir liegen mit etwa 10 Segelflugzeug im Wettbewerb am Rannayer Berg zwischen Bilin und Laun. Entlang der deutsch-tschechoslowakischen Grenzen sind schon Panzersperren errichtet, die politische Lage ist so gewitterschwül wie das Wetter. Eine Regenfront naht, unsere Flugzeuge sollen zu den Hallen hinuntergeflogen werden und auch ich starte, nur mit Turnhose und Trainingsjacke bekleidet - fliege am Berghang einmal hin und her, ohne Höhe zu verlieren. Dann steige ich mit 1/2 Meter in der Sekunde, sogar mit einem Meter, der Höhenmesser zeigt 300-500 Meter - über mir ist eine Wolke und es ist mir klar, daß ich als einziger Anschluß an sie bekommen habe und ganz unvorbereitet, meinen Höhen- und Streckenflug für die Silber-C, das Leistungsabzeichen der Segelflieger, versuchen kann.
Aber das Uhrwerk des Höhenschreibers, der allein meine erreichte Höhe beweisen kann, ist nicht eingeschaltet worden. Ich schnalle mich los und arbeite mich aus dem engen Rumpf so weit hoch, daß ich mit einer Hand das Türchen zum Barographenkasten erreichen kann.
"Sorgenkind" heißt mein Grunau-Baby. Viele Brüche hat es hinter sich und jetzt fliege ich mit ihm hoch oben zwischen Gewittenvolken, Böen packen uns und Regen und Hagel trommelt auf Tragflächen und Rumpf. Durchnäßt, frierend und ohne Fallschirm versuche ich mit hoher Geschwindigkeit vor das Gewitter zu kommen, bald bin ich 800 m über dem Borschen bei Bilin und fliege über Dux gegen den Erzgebirgskamm, auf den der Wind zuweht. Über der Strobnitz habe ich guten Aufwind. Ich versuche mit einer Höhe von 1200 Metern dem Erzgebirgskamm entlang nach Osten zu fliegen. Ich sehe schon das Mückentürmchen, aber neugebildete Gewitter versperren mir den Weg. Moldau am Erzebirgekamm liegt unter mir - da ist die Grenze, wo das Fischerhaus steht - ich fliege über sächsisches Gebiet und jage der Vorderfront des Gewitters nach, das mich aus Böhmen vertrieben hat. Es gelingt mir nicht mehr und wenige Minuten später lande ich glatt auf einer Wiese bei Hermsdorf in Sachsen.
Polizei und Gendarm geleiten mich patschnaß zum Bürgermeister. Aus Dresden kommt die Weisung "Festhalten, Spionageverdacht!" Der Hermsdorfer Bürgermeister lacht, verpaßt mir einen heißen Grog und nimmt mich mit in seine Wohnung in "Haft". Nach Rannay zu telefonieren, erweist sich zunächst als unmöglich. Über deutsche und tschechische Zollbeamte gelingt schließlich die Verständigung meiner Kameraden. Ich bekomme ein Bad, trockene Kleidung und Essen und bin an diesem Abend der glücklichste Mensch.
Am nächsten Morgen kommen Beamte aus Dresden und hören lächelnd meinen Bericht an. Dann höre ich plötzlich ein bekanntes Geräusch, es ist der "Skoda" der Akaflieger Prag mit vier Mann Besatzung und Transportwagen. Sie kamen ohne Pässe oder Grenzausweise, die Zollbeamten hatten gesagt: "Bis 12 Uhr müßt ihr wieder zurück sein!". Wir beeilen uns mit dem Verladen des Flugzeugs, nehmen herzlichen Abschied von Hermsdorf und kurz vor 12 Uhr senken aich an der Staatsgrenze bei Moldau die Schlagbäume wieder hinter uns. Ich werde zum Chef der tschechischen Finanzer geführt, erzähle alles und zeige den mir Lorbeerkranz, den mir meine Kameraden für den weitesten Flug, der bisher von Ranay aus, durchgeführt worden ist, mitgebracht hatten. Man schlägt mir wohlwollend auf die Schulter, beglückwünscht mich und läßt uns ziehen. Und das im 13. August 1938, als sich die politischen Spannungen Ihrem Höhepunkt näherten.


Sieger des "1. Erwin-Primavesi-Pokal 2011" wurde Jirí Leník, der am 17.06.2011 mit der Zlin Z-24 Krajánek OK-8560 eben diesen Flug von Rana nach Hermsdorf nachvollzog und dort landete. Diesmal ganz ohne Komplikationen.

Aber auch Schulgleiter SG-38 und Hol's der Teufel waren gern genutzte Flugzeuge bei diesem Treffen und standen für alle Piloten frei zur Verfügung.


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Schulgleiter Video zum Baby-Treffen
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Baby-Treffen in Rana Baby-Treffen in Rana
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Baby-Treffen in Rana Baby-Treffen in Rana
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Baby-Treffen in Rana Baby-Treffen in Rana
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Urkunde Gummiseil-A

Saisonanfang und Gummiseilstartwochenende zu Ostern 2010 in Rana

Zum Saisonbeginn 2010 fand in Rana ein ganz besonderer Höhepunkt statt. Die angereisten Piloten konnten mit dem offenen Schulgleiter durch Flüge am Gummiseil ein Segelflugabzeichen "A" erwerben. Angeleitet durch Jirí Leník und Josef Mezerka wurden am Sonnabend und Sonntag insgesamt 57 Gummiseilstart ausgeführt, sodaß alle Interessenten Gelegenheit hatten, diese seltene Startart auszuführen und die geforderten 5 Übungsstarts zu absolvieren. Nach einer Einweisung in der Ebene des Flugplatzes konnten dann weitere Flüge am A-Hang gemacht werden, wo die Flüge per Gummiseilstart recht beachtliche Weiten erreichten. Auch die etwas schwereren Piloten konnten endlich "richtig Fliegen". Die Begeisterung war bei allen groß.

Urkunde Gummiseil-A Am Montag wurden dann in feierlicher Stimmung die erworbenen "A"-Abzeichen nebst Urkunden verliehen. Auch ich erhielt ein tschechisches Zeugnis für diese erfolgreiche Übung des Gummiseil-Kurses. Ein herzliches Dankeschön dafür.





Gleichzeitig drehte der Wind dann auf den Hang und frischte auf, sodaß auch noch per Windenstart direkt am Ranaer Hang geflogen werden konnte. So wurden mehrere längere Flüge mit dem Schulgleiter und dem Hol's der Teufel erreicht.

Auch für mich eine Premiere: Obwohl ich schon so viele Jahre mit dem Schulgleiter fliege, habe ich erstmals aus eigener Kraft mit dem offenen Schulgleiter eine Höhengewinn von 100m erreicht, alles ohne Instrumente, nur mit dem Wind um die Nase und dem Hang in greifbarer Entfernung. So muß es vor vielen Jahren gewesen sein ...


Foto: Jirí Leník
Auch Reinigen muß sein Jetzt glänzt er wieder
Foto: Jirí Leník
Gummiseilstarts in Rana Gummiseilstarts in Rana
Foto: Jirí Leník
Gummiseilstarts in Rana Gummiseilstarts in Rana
Foto: Jirí Leník
Gummiseilstarts in Rana Gummiseilstarts in Rana
Foto: Jirí Leník



SG 38 zum herbstlichen Hangfliegen 2009 in Rana

Wie jedes Jahr wird von den tschechischen Fliegerfreunden im Herbst zum Hangfliegen nach Rana eingeladen. Diesmal wurden wir von wunderbarem spätsommerlichen Wetter erwartet, welches viele schöne Flüge mit Krajánek, Lunak und Sohaj ermöglichte. Aber auch über 30 Flüge mit dem "Hols der Teufel" sowie dem Schulgleiter "Erwin II" zeigten das ungebrochene Interesse an diesen historischen Maschinen. Unter anderem wurde F-Schlepp mit einem Trike und dem Schulgleiter ausgeführt.

Leider war der Wind zum Hangfliegen für die Segelflugzeuge nicht ganz ausreichend, sodaß der Berg diesmal mehr den Gleitschirmfliegern gehörte.

Foto: Alexander Görnitz
Berg in Rana Schulgleiter SG 38 im Schlepp mit Trike
Foto: Alexander Görnitz
Schulgleiter SG 38 im Vorbeiflug Segler im Hangaufwind in Rana
Foto: Alexander Görnitz

Und natürlich auch den Modellfliegern. Hier in Rana durften mein Sohn und ich Gottfried Balga und seine herzliche Art kennenlernen. Mit ihm flogen wir Modell am Hang in Rana und probierten mit einem Großmodell auch den Start an der Drachenwinde. Danke Gottfried.

Foto: Jirí Leník
Gottfried Balga Gottfried Balga und seine Crew
Foto: Jirí Leník