Segelfliegen

Besondere Flugzeuge, denen ich begegnete ..


Krajánek in Raná

Zlin Z-24 Krajánek OK-8560

Der Nachbau des einsitzigen Segelflugzeugs Krajánek stellt eine besondere Leistung der Oldtimergruppe um Jirí Leník dar. Es handelt sich beim Krajánek um eine tschechische Zlin Z-24 aus dem Jahre 1948, deren Grundkonzeption ähnlich der des Grunau-Babys verwirklicht wurde.

Insgesamt fällt bei der Replika OK-8560 die hervorragende Verarbeitung des Flugzeuges auf. Die naturbelassende Holzmaserung ergibt ein ungewöhnliches, aber wunderbares Aussehen, sodaß dieses Flugzeug eine Augenweide für alle Oldtimerfreunde sein dürfte.

Ich hatte die Gelegenheit, den Nachbau des Flugzeug am Hang in Raná zu fliegen. Daß das Fluggefühl in diesem Flugzeug wie das Flugzeug selbst einzigartig ist, ist nicht verwunderlich.


Foto: Jirí Leník


VT-116 Orlík II

VT-116 Orlík II OK-5524

Lubos Stiburek gestattete mir zum herbstlichen Abfliegen 2011 in Raná dankenswerterweise einen Flug mit seinem wunderbar erhaltenen und gepflegten Orlík II.

Diese Holzkonstruktion von Jirí Matejcek aus dem Jahre 1963 hat 16 m Spannweite und erreicht damit eine Gleitzahl von immerhin 33. In Tschechien fliegen noch viele dieser Segelflugzeuge, sicher auch aufgrund ihrer guten Flugeigenschaften und Ruderabstimmung. 220 Stück wurden im Zeitraum von 1964-1969 insgesamt gebaut.

Die Besonderheit des Flugzeuges ist sicher auch das seinerzeit neuartige tiefe Pendelleitwerk. Als obenliegendes T-Pendelleitwerk verwendet, kenne ich es nur von der 3 Jahre später gebauten SZD-32A Foka 5 (Erstflug 1966) und der SZD-36 Cobra (Erstflug 1969). Leider ist das Flugzeug ausschließlich für den Flugzeugschlepp zugelassen.

Auf dem Foto zum DDR-Baby IIb weiter unten sieht man in der Halle übrigens den Orlík II OK-7403 in einem völlig anderem Farbschema (weiß-rot-blau) stehen.


Foto: Rostislav Subert


DDR-Baby IIb in Raná

DDR-Baby IIb D-1627

Das Baby IIb D-1627, hergestellt vom VEB Apparatebau Lommatsch und am 15.5.1957 zugelassen, flog bis zum 9.7.1970 bei der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der DDR. Bei den DDR-Babys handelt es sich um eine konstruktiv nochmals vereinfachte und damit fertigungstechnisch billigere Version des originalen Grunau-Babys IIb.
Die DDR-Babys wurden bei Nagema Schmiedeberg (92 Stück), Waggonbau Gotha (68 Stück) und später im Apparatebau Lommatzsch (246 Stück) gebaut.

Das Flugzeug ist meiner Kenntnis nach das einzige flugfähig erhaltene Exemplar diesen Typs und ist heute beim FC Leipzig in Taucha beheimatet. Es wird dort und anderswo regelmäßig geflogen.


Foto: Jirí Leník


Baby IIb in Laucha

Baby IIb D-6162

Am 20.10.2007 hatte ich an der ehemaligen Reichssegelflugschule am Flugplatz in Laucha/Dorndorf die Möglichkeit, mit dem dort beheimateten Baby IIb (übrigens zum Teil Baujahr 1938) einen 1¼ Stunden Flug der ganz besonderen Art duchzuführen. Bei 8°C Bodentemperatur schauten schon einige recht verständnislos auf meine Startvorbereitungen für das mit einem offenen Cockpit ausgestatteten Segelflugzeug.

Trotz der bereits niedrig stehenden Sonne trugen die Aufwinde das Baby IIb schnell auf 1000m Höhe zu den Wolken hinauf. Und dort begegneten mir 2 Dutzend Kraniche, die elegant mit dem Baby IIb kreisten. Bei Geschwindigkeiten um die 50-60 km/h fiel es mir und den Kranichen auch nicht schwer, einander zu folgen. Und so waren die eleganten Vögel aus der offenen Kabine buchstäblich zum Greifen nahe. In ca. 10m Entfernung flogen diese eine Zeitlang Fläche an Flügel, bis es die Kraniche schließlich zum Weiterflug nach Süden drängte und sie mich aus ihrer charakteristischen V-Schwarm-Form entließen.

Was für ein unbeschreibliches Schauspiel der Natur.


Foto: Jirí Leník


Getarnter Schulgleiter

Schulgleiter SG 38 OK-A910

Aufgrund von einigen Beschädigungen an Holz und Bespannung trägt der Schulgleiter SG 38 der tschechischen Fliegerfreunde nach der kurzfristigen Reparatur wohl bis Ende des Jahres 2007 diese ungewöhnliche, aber historisch fundierte Bemalung.

Der Farbton der verwendeten Tarnung entspricht übrigens dem manchmal verwendeten Originalfarbton.


Foto: Jirí Leník


Schulgleiter Erwin II

Schulgleiter SG 38 LS OK-A910 Erwin II

Nach einer schweren Beschädigung wurde der Schulgleiter Erwin II von Jirí Leník neu aufgebaut. Dabei erfuhr der Schulgleiter auch eine Modifikation seiner Tragfläche und wurde am 18.07.2009 durch Jirí Leník erneut eingeflogen.

Der Name Erwin geht übrigens auf den Begründer des Segelflugzentrums in Raná, Erwin Primavesi, zurück. Dieser hatte ab 1932 das Fluggelände am Berg Rana erschlossen und aufgebaut. Weitere Informationen zu Erwin Primavesi sind auf der Seite über die Veranstaltungen in Raná zu finden.

Die neuen Technischen Daten:
Spannweite: 11.07m
Gewicht: 109 kg


Foto: Jirí Leník


Schulgleiter mit Boot

Schulgleiter SG 38 D-7738 mit Boot

Für den Schulgleiter wurde zur Fortgeschrittenenschulung und zum Hochstart eine Kabinenverkleidung entwickelt, die vereinzelt noch im Einsatz zu sehen ist und traditionell als Boot bezeichnet wird. Immerhin bringt diese Boot einen Gewinn von 2 Gleitzahlpunkten, was einer Verbesserung von 25% entspricht. Dies macht sich gerade auch beim Gummiseilstart positiv bemerkbar.

In dieser Konfiguration soll auch der F-Schlepp um einiges leichter werden, da der Schulgleiter besser die Richtung hält. Allerdings gehen der Charme des ansonsten völlig offenen Flugzeuges und dessen unglaubliche Rundumsicht durch das Boot ein wenig verloren ..

Die DDR-Schulgleiter wurden bei Nagema Schmiedeberg (68 Stück), im Waggonbau Gotha (329 Stück) sowie im Selbstbau (26 Stück) gebaut. Die heutige D-7738, ehemals 269, wurde in Gotha gebaut.


Foto: Aeroklub Hoyerswerda e.V.


Hol's der Teufel

Hols der Teufel OK-A415

Der "Hols der Teufel" ist einer der Urväter des Schulgleiters SG 38, von Alexander Lippisch 1923 konstruiert und als erstes Produkt von Alexander Schleicher ab 1927 gebaut. Nichtsdestotrotz sind erstaunlicherweise die Flugleistungen des "Teufels" erheblich besser als die des 10 Jahre später in großer Stückzahl gebauten und bekannteren SG 38.

Das wieder auferstandene Gleitflugzeug der tschechischen Fliegerfreunde und den Maleschka's ist mit Verstrebungen wie die meisten "Teufel" gebaut wurden. Hier im übrigen im wahrscheinlich ersten Doppelschlepp von Gleitflugzeugen am 11.09.2005.

Erste Exemplare des "Teufels" hatten allerdings wie der SG 38 noch einen Spannturm und Seilverspannungen.


Foto: Jirí Leník


Lilienthal Normal-Segelapparat

Lilienthal Normalsegelapparat

Stephan Nitsch † baute historische Gleitflugzeuge wie die Lilienthal-Gleiter nach. Zum Oldtimer-Treffen in Stölln-Rhinow brachte er den Nachbau eines "Normal-Segelapparat" von Lilienthal aus dem Jahre 1894 mit und gestattete den Mutigen, diesen auch auszuprobieren. Leider erwies sich der Hangwind als zu schwach, als das wirkliche Flüge erreicht wurden.

Viele seiner Nachbauten befinden sich heute im Otto-Lilienthal-Museum Anklam.


Foto: Fliegerclub Oschatz e.V., Thomas Lange


Bocian im Trudeln

Gefahreneinweisung im Bocian D-8234

Der Bocian-1E SZD-9bis, eine polnische Holzkonstruktion aus dem Jahre 1953, die seinerzeits auch einige Weltrekorde erflog, erfreut sich noch heute großer Beliebtheit und wird bei uns im Schulungsbetrieb wie im Wettkampfstreckenflug eingesetzt.

Eine Eigenschaft des Bocians ist sein präzises Trudelverhalten. Eine entsprechende Gefahreneinweisung schätzen beispielsweise auch unsere Gäste, mit deren Schulungsflugzeug ASK-21 eine solche Erfahrung nicht zu erlangen ist. Interessant ist zu sehen, wie sich der Bocian kurz nach dem Abreißen der Strömung noch auf den Rücken dreht, bevor das eigentliche Trudeln beginnt.

Dabei ist Trudeln kein spektakulärer Kunstflug, sondern eine unbedingt notwendige Finger-Fertigkeit aller Segelflieger. Dieses sogenannte Steiltrudeln ist relativ typisch für unsere Flugzeuge, wird in der Ausbildung mehrfach geübt und läßt sich sicher ausleiten.


Foto: Hagen Jahn †


Foka

Foka 4 D-9357

Die polnische Foka-C sowie Foka 4 (in mehreren Serien der SZD-24 produziert) stellt neben der Cobra (SZD-36 und SZD-39) den Höhepunkt der Entwicklung von Holzflugzeugen bei SZD für die damalige Standardklasse dar. Sie wurde konsequent in Hinblick auf hohe Leistung getrimmt. Dafür nahm man schon einige Hinderlichkeiten in Kauf. Neben der engen Kabine und geringer Sicht nach vorn sind die Kufenlastigkeit sowie die versetzt angeordnete Schleppkupplung Besonderheiten dieser Konstruktion.

Die Nachfolgeversion Foka 5 (SZD-24 E bzw. SZD-32) besaß aus naheliegenden Gründen wie die spätere Cobra ein T-Pendelleitwerk.


Foto: Aeroklub Hoyerswerda e.V.


DFS Habicht

DFS Habicht D-1901

Ein ganz besonderer Oldtimer enstand als privates Familienprojekt mit großem Anspruch: Ein "DFS Habicht E" des deutschen Konstrukteurs Hans Jacobs aus dem Jahre 1936 wurde von Walter, Clemens und Christoph Zahn in mehrjähriger Arbeit neu gebaut und begeistert jetzt durch seine sehr publikumswirksame Präsentation. Dieser Kunstflug-Einsitzer ist übrigens einer von nur mehr zwei flugfähigen Habichten, beide (an der Wasserkuppe und dieser) sind Neubauten.

Als offensichtliche Besonderheit kann man am Habicht die Verwendung des eleganten Knickflügels bewundern. Eigentlich geschaffen, um mehr Bodenfreiheit des Tragflügels zu gewinnen, war er seinerzeit wohl auch eine Modeerscheinung, einfach der Schönheit willen.

Aufgrund seiner hohen Belastbarkeit kam der Habicht in einer 8-m und 6-m Version (Stummel-Habicht) auch zur Pilotenvorausbildung für das Raketenflugzeuges Me 163 zum Einsatz. Endgeschwindigkeiten von bis zu 430 km/h wurden im Sturzflug erreicht.


Foto: Mandy Lepom


SCALE Flugmodell Bocian

SCALE Flugmodellbau

Daß besondere Flugzeuge nicht immer manntragend sein müssen, fiel mir auch bei diesem Bild auf. Dieses Flugmodell ist eine exakte, detailgetreue Nachbildung eines Bocians, welches noch dazu gute Flugeigenschaften besitzt so und beispielsweise perfekten F-Schlepp vorführen kann.

Da kommt man schnell auf die Idee, sofort einzusteigen. Aber wo bitteschön geht's rein ?


Foto: Aeroklub Hoyerswerda e.V.


Wilga Doppelschlepp

Doppelschlepp Wilga D-EWHY

Das polnische Flugzeug PZL-104 Wilga 35 ist unser Motorflugzeug im Verein und ist durch die viersitzige Ausstattung zum Einsatz als Fallschirmspringer- Absetzmaschine und für Rundflüge gut geeignet.

Außerdem eignet es sich durch den kräftigen, russischen 10-Liter 9-Zylinder-Sternmotor AI 14RA mit 260 PS zum Schleppen von mehreren Segelflugzeugen, wie hier im Doppel-Schlepp von zwei Bocianen.

Oder selten auch für den Schlepp dreier einsitziger Segelflugzeuge, was dann nach einem russischen Märchen Troika-Schlepp genannt wird. Obwohl das meineserachtens im Märchen eher um drei Zugpferde eines Schlittens ging .. und diese Art zu Schleppen hat sich in den 40er Jahren bei den Lastenseglern als kreuzgefährlich herausgestellt.


Foto: Aeroklub Hoyerswerda e.V.


Banjo Gleitflugzeug

Flugerfahrungen mit Banjo D-NGJU

Anfangs vielleicht etwas belächelt, habe nun auch ich Flugerfahrung mit einem UL-Gleitflugzeug Banjo aus tschechischer Produktion erlangen können. Mit einem Flugzeug, welches nur 10kg schwerer ist als man selbst, fliegt es sich auch bei trübem Wetter erstaunlich gut Thermik. Immerhin ist der Banjo nochmals 20kg leichter als der Schulgleiter, kann deshalb mit der geringen Flächenbelastung auch schwächste Thermikbärte ausfliegen und mit dem modernen Profil respektabel gleiten.

Am Vortag des Herbstanfanges 2009 begann der Wetterbericht mit "Geringe Thermik, SC in 500m, auf 800m ansteigend, später auflösend, Sperrschicht in 1000m .. " Aus dieser Wetterlage heraus ergaben sich immerhin nochmals Thermikflüge von insgesamt 3,5 Stunden.

Vielen Dank an Heinz Storch und seine Flugschule Storch in Rothenburg/Oberlausitz.


Foto: Mandy Lepom


Zlin Z-42M nach dem Einsatz

Zlin Z-42M

Als ich mit Fliegen begann, gehörte auch das Fliegen der damals voll kunstflugtauglichen und auch für F-Schlepps zugelassenen Zlin Z-42M dazu, die in der DDR in größerer Stückzahl im Einsatz war. Heute sieht man sie noch ab und zu in Deutschland fliegen, häufiger wird sie jedoch in ihrem Ursprungsland, dem heutigen Tschechien, eingesetzt.

Hier ist sie als Schleppflugzeug in Mikulovice im Einsatz und musste wegen des aufgeweichten Flugplatzes aufgrund der typischen Wellenwetterlage (zwar Winter, aber Föhn im Lee der Berge) einiges wegstecken.


Foto: Alexander Görnitz


Zeitung im Fluge

Thermik

Es gibt ja Tage, da sollen vor lauter Thermik angeblich sogar Scheunentore fliegen. Na gut, die habe ich noch nie gesehen, aber immerhin ist mir schon 'mal in 1400 m Höhe eine Zeitung begegnet ..


Foto: Alexander Görnitz


Erster Start auf dem Schulgleiter

Erster Start auf dem Schulgleiter

Der Schulgleiter gehört ja nun schon lange nicht mehr zu den Flugzeugen, die alltäglich im Flugbetrieb verwendet werden. Sie sind selten geworden und hängen meiner Erfahrung nach oft auch an den älteren Segelfliegern unter uns, die den Schulgleiter noch aus ihren Anfangsjahren kennen und den alten Maschinen die Treue halten.

Im August 2000 war es dann notwendig geworden, kurzfristig Ersatz für einen anderen Piloten zu finden. Ich passte zwar überhaupt nicht ins Schema, bin bis dahin meistens nur "Plaste" geflogen, und hatte auch keinen Hang zu Oldtimerflugzeugen. Außerdem habe ich Höhenangst. Deshalb kostete mich mein erster Start auf dem offenen Schulgleiter auch große Überwindung.

Nichtsdestostrotz hat mir dieser Schulgleiter über die Jahre eine ganz neue Welt des Segelfliegens geöffnet, geprägt von Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Engagement über Ländergrenzen hinweg. Und wer denkt, daß es mit einem Gleitflugzeug, welches üblicherweise nur 3 Minuten in der Luft ist, langweilig wird, der irrt. Denn der hat nicht die Freude anderer Piloten mit diesem Fluggefühl erlebt oder die der Zuschauer gesehen, die vielleicht in ihrer Jugend Berührung mit dem Schulgleiter hatten. Und eine Lehrer-Lizenz mit 4 Fremd-Startarten (F, W, G, A) ist heutzutage auch selten geworden.


Foto: Alexander Görnitz

.. an besonderen Orten


Schulgleiter auf der Wasserkuppe

Schulgleiter SG 38 auf der Elbwiese in Dresden

In den fünfziger Jahren entstanden überall in der DDR Fluggruppen, die teilweise auch von den Betrieben wie beispielsweise der Flugzeugwerft materiell und personell gefördert wurden. Und so wurde auch auf der Elbwiese, inmitten der Stadt Dresden Flugbetrieb durchgeführt. Leider wurde hier Ende der siebziger Jahre wie anderswo auch der Flugbetrieb eingestellt, sodaß ich keine Kindheitserinnerungen daran bewahren konnte.

Der Sächsischer Verein für historisches Fluggerät e.V. lud 2009 ehemalige Piloten der Elbwiese und Interessenten zu einem Vortragsabend ein, der durch viele ehemalige Segelflieger besucht wurde.


Owner of the photograph: Deutsche Fotothek
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Photograph: Peter, Richard sen., Image file name: df_ld_0003141_001


Schulgleiter auf der Wasserkuppe

Schulgleiter SG 38 auf der Wasserkuppe

Im Jahre 2007 veranstaltete der Rhönflug Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe e.V. einen Rhönsegelflugwettbewerb für Gleitflugzeuge. Dazu waren aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des OSC Wasserkuppe alle Schulgleiter und "schulgleiterähnlichen" Flugzeuge zu einer gemeinsamen Gummiseilwoche auf die Wasserkuppe eingeladen.

Die Wasserkuppe als "Berg der Flieger" kann sich mit Recht als älteste Segelfluggelände der Welt bezeichnen. Schon 1910 begannen die ersten Flugversuche und bis heute hat die Faszination dieses Fluggeländes nicht nachgelassen.


Foto: Jirí Leník


ULF-1 in Grunau

Hol's der Teufel und ULF-1 in Grunau

An der "Wiege des Segelfluges" in Grunau im Riesengebirge, wo auch Hanna Reitsch in den 30er Jahren fliegen lernte, dem heutigen Ježów Sudecki in Polen, findet aller 2 Jahre traditionell das Baby-Treffen der Freunde von Grunau Baby II und Baby III statt. Auch zum diesjährigen 31. Babytreffen flogen Hol's der Teufel und ULF-1 außer Konkurrenz mit.

In für uns erstmaliger Ausführung konnten hier mit dem ULF-1 mehrere Gravitationsstarts bzw. Rollstarts durchgeführt werden. Eigentlich ist diese Startart an Einfachheit nicht zu unterbieten: Man lasse ein Flugzeug einen Berg 'runterrollen, bis es die Geschwindigkeit zum Abheben und Fliegen erreicht hat. Dies ist hier am Galgenberg möglich, seitdem die polnischen Fliegerfreunde dafür einen Teil des Berges auf einer Länge von ca. 50 Metern und 2 Metern Breite gepflastert und befestigt haben. Der ULF-1 erreichte bereits auf der halben Strecke seine Abhebegeschwindigkeit und flog wohlbehalten zur Landung ins Tal.


Foto: Jirí Leník


[ PS: Davon abgesehen, konnte während der Veranstaltung ein VW-"Bulli" erfolgreich am Gravitationsstart gehindert werden.. ]


Wellenflug Jeseník

Wellenflug in Jeseník

Ende 2007 durfte ich auf eine Einladung hin den Flugplatz Mikulovice des Aeroklubs Jeseník für eine Einweisung in den Wellenflug besuchen.

Mikulovice liegt in der Nähe von Jeseník im Polnisch/Tschechischen Grenzgebiet am Nordrand des Altvatergebirges und bietet bei Südwestwind gute Möglichkeiten, in den Herbst- und Wintermonaten in der Langen Welle zu fliegen.

Die dabei auftretenden Wellenformationen der sich auflösenden Staubewölkung beeindrucken den unbedarften Piloten ungemein. Leider kommt die Dynamik der Wolkenfließbewegung auf dem Foto nicht recht zum Ausdruck.


Foto: Ulf Kern


Raná

Fliegen in Raná

Die wechselvolle Geschichte das Flugplatzes in Rannay, dem heutigen Raná in Tschechien, beginnt bereits in den dreißiger Jahren. In der sogenannten Sudetendeutschen Rhön flogen von den Anfängen der Segelfliegerei bis zu Kriegsende haupsächlich die sudetendeutschen Flieger. Es wurden Hallen errichtet, die noch heute existieren und genutzt werden.

In den achtziger Jahren etablierte sich hier eine Drachenflieger-Gemeinschaft, in der auch DDR-Bürger diesem in der DDR verbotenen Flugsport nachgingen und sich lebenslange Freundschaften aufbauten.

Heute ist Raná eines der Zentren des Oldtimer-Segelflugzeugbaus im Osten. "Hol's der Teufel" und die Z-24 Krajánek sind Beispiele für die hohe Baukunst der Oldtimergruppe um Jirí Leník herum.


Foto: Aeroklub Raná


Heimat

Meine Heimat

Vor einiger Zeit war es noch problemlos möglich, auch direkt über meiner Heimat mit dem Segelflugzeug zu fliegen. Ja sogar auf den Elbwiesen inmitten der Stadt wurde einige Jahre lang Flugbetrieb durchgeführt. Leider sind dies heute nur noch Erinnerungen.

Aber am letzten offenen Tag vor Einführung der neuen Kontrollzone gewährte mir die diensthabende Fluglotsin noch einmal einen schönen querenden Überflug über die Bahn 22 des Flughafens, der rechts oben im Bild zu erahnen ist.


Foto: Alexander Görnitz