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Der Nachbau des einsitzigen Segelflugzeugs Krajánek
stellt eine besondere Leistung der Oldtimergruppe um Jirí Leník dar. Es handelt sich beim Krajanek
um eine tschechische Zlin Z-24 aus
dem Jahre 1948, deren Grundkonzeption ähnlich der des Grunau-Babys verwirklicht wurde.
Insgesamt fällt bei der Replika OK-8560 die hervorragende Verarbeitung des Flugzeuges auf. Die
naturbelassende Holzmaserung ergibt ein ungewöhnliches, aber wunderbares Aussehen, sodaß
dieses Flugzeug eine Augenweide für alle Oldtimerfreunde sein dürfte.
Ich hatte die Gelegenheit, den Nachbau des Flugzeug am Hang in Raná zu fliegen. Daß das
Fluggefühl in diesem Flugzeug wie das Flugzeug selbst einzigartig ist, ist nicht verwunderlich.
Am 20.10.2007 hatte ich an der ehemaligen Reichssegelflugschule am Flugplatz in Laucha/Dorndorf die Möglichkeit,
mit dem dort beheimateten Baby IIb (übrigens zum Teil Baujahr 1938) einen 1¼ Stunden Flug der ganz
besonderen Art duchzuführen. Bei 8°C Bodentemperatur schauten schon einige recht verständnislos auf meine
Startvorbereitungen für das mit einem offenen Cockpit ausgestatteten Segelflugzeug.
Trotz der bereits niedrig stehenden Sonne trugen die Aufwinde das Baby IIb schnell auf 1000m Höhe zu den
Wolken hinauf. Und dort begegneten mir 2 Dutzend Kraniche, die elegant mit dem Baby IIb kreisten.
Bei Geschwindigkeiten um die 50-60 km/h fiel es mir und den Kranichen auch nicht schwer, einander zu folgen. Und
so waren die eleganten Vögel aus der offenen Kabine buchstäblich zum Greifen nahe.
In ca. 10m Entfernung flogen diese eine Zeitlang Fläche an Flügel, bis es die Kraniche schließlich
zum Weiterflug nach Süden drängte und sie mich aus ihrer charakteristischen V-Schwarm-Form entließen.
Ein unbeschreibliches Schauspiel der Natur.
Aufgrund von einigen Beschädigungen an Holz und Bespannung trägt der Schulgleiter SG 38 der
tschechischen Fliegerfreunde nach der kurzfristigen Reparatur wohl bis Ende des Jahres 2007 diese
ungewöhnliche, aber historisch fundierte Bemalung.
Der Farbton der verwendeten Tarnung entspricht übrigens dem manchmal verwendeten Originalfarbton.
Nach einer schweren Beschädigung wurde der Schulgleiter Erwin II neu aufgebaut. Dabei erfuhr der
Schulgleiter auch eine Modifikation seiner Tragfläche und wurde am 18.07.2009 durch Jirí Leník erneut
eingeflogen.
Die neuen Technischen Daten:
Spannweite: 11.07m
Gewicht: 109 kg
Für den Schulgleiter wurde zur Fortgeschrittenenschulung und zum Hochstart eine Kabinenverkleidung
entwickelt, die vereinzelt noch im Einsatz zu sehen ist und traditionell als Boot bezeichnet wird.
Immerhin bringt diese Boot einen Gewinn von 2 Gleitzahlpunkten, was einer Verbesserung von 25% entspricht.
Dies macht sich gerade auch beim Gummiseilstart positiv bemerkbar.
In dieser Konfiguration soll auch der F-Schlepp um einiges leichter werden, da der Schulgleiter besser
die Richtung hält. Allerdings gehen der Charme des ansonsten völlig offenen Flugzeuges und dessen
unglaubliche Rundumsicht durch das Boot ein wenig verloren ..
Der "Hols der Teufel" ist einer der Urväter des Schulgleiters SG 38, von Alexander
Lippisch 1923 konstruiert und als erstes Produkt von Alexander Schleicher ab 1927 gebaut.
Nichtsdestotrotz sind erstaunlicherweise die Flugleistungen des "Teufels" erheblich besser
als die des 10 Jahre später in großer Stückzahl gebauten und bekannteren SG 38.
Das wieder auferstandene Gleitflugzeug der tschechischen Fliegerfreunde und den Maleschka's ist mit
Verstrebungen wie die meisten "Teufel" gebaut wurden.
Erste Exemplare des "Teufels" hatten allerdings wie der SG 38 noch einen Spannturm und
Seilverspannungen.
Stephan Nitsch † baute historische Gleitflugzeuge wie die Lilienthal-Gleiter nach. Zum Oldtimer-Treffen in Stölln-Rhinow
brachte er den Nachbau eines "Normal-Segelapparat" von Lilienthal aus dem Jahre 1894 mit und gestattete den
Mutigen, diesen auch auszuprobieren. Leider erwies sich der Hangwind als zu schwach, als das wirkliche Flüge
erreicht wurden.
Viele seiner Nachbauten befinden sich heute im Otto-Lilienthal-Museum Anklam.
Der Bocian-1E SZD-9bis, eine polnische Holzkonstruktion aus dem Jahre 1953, die seinerzeits auch einige
Weltrekorde erflog, erfreut sich noch heute großer Beliebtheit und wird bei uns im Schulungsbetrieb
wie im Wettkampfstreckenflug eingesetzt.
Eine Eigenschaft des Bocians ist sein präzises Trudelverhalten. Eine entsprechende Gefahreneinweisung
schätzen beispielsweise auch unsere Gäste, mit deren Schulungsflugzeug ASK-21 eine
solche Erfahrung nicht zu erlangen ist. Interessant ist zu sehen, wie sich der Bocian kurz nach dem
Abreißen der Strömung noch auf den Rücken dreht, bevor das eigentliche Trudeln beginnt.
Dabei ist Trudeln kein spektakulärer Kunstflug, sondern eine unbedingt notwendige Finger-Fertigkeit aller
Segelflieger. Dieses sogenannte Steiltrudeln ist relativ typisch für unsere Flugzeuge, wird in der Ausbildung
mehrfach geübt und läßt sich sicher ausleiten.
Die polnische Foka-C sowie Foka 4 (in mehreren Serien der SZD-24 produziert) stellt neben der Cobra (SZD-36 und SZD-39)
den Höhepunkt der Entwicklung von Holzflugzeugen bei SZD für die damalige Standardklasse dar. Sie wurde
konsequent in Hinblick auf hohe Leistung getrimmt. Dafür nahm man schon einige Hinderlichkeiten in Kauf.
Neben der engen Kabine und geringer Sicht nach vorn sind die Kufenlastigkeit sowie die versetzt angeordnete
Schleppkupplung Besonderheiten dieser Konstruktion.
Die Nachfolgeversion Foka 5 (SZD-24 E bzw. SZD-32) besaß aus naheliegenden Gründen wie die Cobra ein
T-Leitwerk.
Ein ganz besonderer Oldtimer enstand als privates Familienprojekt mit großem Anspruch:
Ein "DFS Habicht E" des deutschen Konstrukteurs Hans Jacobs aus dem Jahre 1936 wurde von Walter,
Clemens und Christoph Zahn in mehrjähriger Arbeit neu gebaut und begeistert jetzt durch seine sehr
publikumswirksame Präsentation. Dieser Kunstflug-Einsitzer ist übrigens einer von nur zwei
flugfähigen Habichten, beide sind Neubauten.
Als offensichtliche Besonderheit kann man am Habicht die Verwendung des eleganten Knickflügels bewundern. Eigentlich
geschaffen, um mehr Bodenfreiheit des Tragflügels zu gewinnen, war er seinerzeit wohl auch eine Modeerscheinung,
einfach der Schönheit willen.
Aufgrund seiner hohen Belastbarkeit kam der Habicht in einer 8-m und 6-m Version (Stummel-Habicht) auch zur
Pilotenvorausbildung für das Raketenflugzeuges Me 163 zum Einsatz. Endgeschwindigkeiten von bis zu
430 km/h wurden im Sturzflug erreicht.
Die Webseite zum DFS Habicht E D-1901 der Familie Zahn ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Daß besondere Flugzeuge nicht immer manntragend sein müssen, fiel mir auch bei diesem Bild auf.
Dieses Flugmodell ist eine exakte, detailgetreue Nachbildung eines Bocians, welches noch dazu gute Flugeigenschaften
besitzt so und beispielsweise perfekten F-Schlepp vorführen kann.
Da kommt man schnell auf die Idee, sofort einzusteigen. Aber wo bitteschön geht's rein ?
Das polnische Flugzeug PZL-104 Wilga 35 ist unser Motorflugzeug im Verein und ist durch die viersitzige
Ausstattung zum Einsatz als Fallschirmspringer- Absetzmaschine oder für Rundflüge gut geeignet.
Außerdem eignet es sich durch den kräftigen, russischen 10-Liter 9-Zylinder-Sternmotor AI 14RA mit 260 PS
auch zum Schleppen von mehreren Segelflugzeugen, wie hier im Doppel-Schlepp von zwei Bocianen, oder auch
manchmal dreier Piraten, was dann nach einem russischen Märchen Troika-Schlepp genannt wird.
Anfangs vielleicht etwas belächelt, habe nun auch ich Flugerfahrung mit einem UL-Gleitflugzeug Banjo
aus tschechischer Produktion erlangen können. Mit einem Flugzeug, welches nur 10kg schwerer ist als
man selbst, fliegt es sich auch bei trübem Wetter erstaunlich gut Thermik. Immerhin ist der Banjo nochmals
20kg leichter als der Schulgleiter, kann deshalb mit der geringen Flächenbelastung auch schwächste
Thermikbärte ausfliegen und mit dem modernen Profil auch respektabel gleiten.
Am Vortag des Herbstanfanges 2009 begann der Wetterbericht mit "Geringe Thermik, SC in 500m, auf 800m
ansteigend, später auflösend, Sperrschicht in 1000m .." Aus dieser Wetterlage heraus ergaben sich immerhin
nochmals Thermikflüge von insgesamt 3,5 Stunden.
Vielen Dank an Heinz Storch und seiner Flugschule in Rothenburg/Oberlausitz.
Es gibt ja Tage, da sollen vor lauter Thermik angeblich sogar Scheunentore fliegen.
Na gut, die habe ich noch nie gesehen, aber immerhin ist mir schon 'mal in 1400 m Höhe eine Zeitung
begegnet ...
In den fünfziger Jahren entstanden überall in der DDR Fluggruppen, die teilweise auch von den Betrieben wie
beispielsweise der Flugzeugwerft materiell und personell gefördert wurden. Und so wurde auch auf der Elbwiese,
inmitten der Stadt Dresden Flugbetrieb durchgeführt. Leider wurde hier Ende der siebziger Jahre ebenfalls
der Flugbetrieb eingestellt, sodaß ich keine Kindheitserinnerungen daran bewahren konnte.
Der Sächsischer Verein für historisches Fluggerät e.V. lud 2009 ehemalige Piloten und Interessenten zu einem
Vortragsabend ein, der durch viele ehemalige Segelflieger besucht wurde.
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Photograph: Peter, Richard sen., Image file name: df_ld_0003141_001
Im Jahre 2007 veranstaltete der Rhönflug Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe e.V. einen
Rhönsegelflugwettbewerb für Gleitflugzeuge. Dazu waren aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums
des OSC Wasserkuppe alle Schulgleiter und "schulgleiterähnlichen" Flugzeuge zu einer
gemeinsamen Gummiseilwoche auf die Wasserkuppe eingeladen.
Die Wasserkuppe als "Berg der Flieger" kann sich mit Recht als älteste Segelfluggelände
der Welt bezeichnen. Schon 1910 begannen die ersten Flugversuche und bis heute hat die Faszination
dieses Fluggeländes nicht nachgelassen.
An der "Wiege des Segelfluges" in Grunau im Riesengebirge, wo auch Hanna Reitsch in den
30er Jahren fliegen lernte, dem heutigen Ježów Sudecki in Polen, findet aller 2 Jahre traditionell
das Baby-Treffen der Freunde von Grunau Baby II und Baby III statt. Auch zum diesjährigen 31. Babytreffen
flogen Hol's der Teufel und ULF-1 außer Konkurrenz mit.
In für uns erstmaliger Ausführung konnten hier mit dem ULF-1 mehrere Gravitationsstarts bzw. Rollstarts
durchgeführt werden. Eigentlich ist diese Startart an Einfachheit nicht zu unterbieten: Man lasse ein Flugzeug
einen Berg 'runterrollen, bis es die Geschwindigkeit zum Abheben und Fliegen erreicht hat. Dies ist hier am
Galgenberg möglich, seitdem die polnischen Fliegerfreunde dafür einen Teil des Berges auf einer Länge von
ca. 50 Metern und 2 Metern Breite gepflastert und befestigt haben. Der ULF-1 erreichte bereits auf der
halben Strecke seine Abhebegeschwindigkeit und flog wohlbehalten zur Landung ins Tal.
[ PS: Davon abgesehen, konnte während der Veranstaltung ein VW-"Bulli" erfolgreich am
Gravitationsstart gehindert werden
. ]
Ende 2007 durfte ich auf eine Einladung hin den Flugplatz Mikulovice des Aeroklubs Jeseník für eine Einweisung
in den Wellenflug besuchen.
Mikulovice liegt in der Nähe von Jeseník im Polnisch/Tschechischen Grenzgebiet am Nordrand des Altvatergebirges
und bietet bei Südwestwind gute Möglichkeiten, in den Herbst- und Wintermonaten in der Langen Welle zu fliegen.
Die dabei auftretenden Wellenformationen der sich auflösenden Staubewölkung beeindrucken den unbedarften
Piloten ungemein. Leider kommt die Dynamik der Wolkenfließbewegung auf dem Foto nicht recht zum Ausdruck.
Die wechselvolle Geschichte das Flugplatzes in Rannay, dem heutigen Raná in Tschechien, beginnt bereits
in den dreißiger Jahren. In der sogenannten Sudetendeutschen Rhön flogen von den Anfängen der
Segelfliegerei bis zu Kriegsende haupsächlich die sudetendeutschen Flieger. Es wurden Hallen errichtet, die
noch heute existieren und genutzt werden.
In den achtziger Jahren etablierte sich hier eine Drachenflieger-Gemeinschaft, in der auch DDR-Bürger
diesem in der DDR verbotenen Flugsport nachgingen und sich lebenslange Freundschaften aufbauten.
Heute ist Raná eines der Zentren des Oldtimer-Segelflugzeugbaus im Osten. "Hol's der Teufel" und
die Z-24 Krajánek sind Beispiele für die hohe Baukunst der Oldtimertruppe um Jirí Leník herum.
Vor einiger Zeit war es noch problemlos möglich, auch direkt über meiner Heimat mit dem Segelflugzeug zu fliegen.
Ja sogar auf den Elbwiesen inmitten der Stadt wurde einige Jahre lang Flugbetrieb durchgeführt. Leider sind dies
heute nur noch Erinnerungen.
Aber am letzten offenen Tag vor Einführung der neuen Kontrollzone gewährte mir die diensthabende Fluglotsin noch einmal
einen schönen querenden Überflug über die Bahn 22 des Flughafens, der rechts oben im Bild zu erahnen ist.