14. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen und 3. Phoebus-Treffen in Nardt 25.08.-29.08.2010

Im August 2010 findet das 14. Kleine Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Nardt statt. Dazu sind alle Oldtimerflieger, aber auch alle Interessenten herzlich eingeladen.

Vielleicht können wieder viele Oldtimer der Typen Olympia Mk. II, FES 530/I Lehrmeister I, Hol's der Teufel, Baby IIB, Bergfalke III Cabrio, SF-27A, Ka 4/II Rhönlerche, K7 Rhönadler, Schulgleiter SG 38, Siebert Sie 3, Foka, Krajanek, Phoebus wie bei den vergangenen Oldtimertreffen oder auch weitere Raritäten in der Luft und am Boden bewundert werden. Wenn der Wind günstig weht, werden auch Gummiseilstarts mit den Oldtimern vorgeführt. Diese historische Startart wird heute nur noch selten praktiziert und ist eigentlich eher am Hang anzutreffen. Wir haben uns deshalb etwas Außergewöhliches ausgedacht, lassen Sie sich überraschen...

Gern können Sie auch mit den Piloten ins Gespräch kommen und vielleicht den einen oder anderen Mitflug im Doppelsitzer erleben. Kommen Sie im Zeitraum vom 25.08.2010 - 29.08.2010 auf den Flugplatz Nardt in der Nähe von Hoyerswerda. Bringen Sie ein wenig Zeit mit und erleben die Flugtechnik seit den Anfängen der Segelfliegerei in den 30-er Jahren hautnah.

Segelflugzeug-Oldtimer-Teilnehmeranmeldung

Weitere Informationen werden demnächst auf der Webseite des Aeroklubs Hoyerswerda e.V. und an dieser Stelle veröffentlicht.

Flug- und Vorführtermine 2010

25.08.-29.08.2010 14. Kleinen Segelflugzeug-Oldtimertreffen und 3. Phoebus-Treffen in Nardt
08.05.-09.05.2009 Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V.
03.04.-04.04.2009 Gummiseilfliegen am Hang in Rana bei Louny (Tschechien)

Flug- und Vorführtermine 2009

26.09.-28.09.2009 Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien)
05.09.-06.09.2009 Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf
29.08.-30.08.2009 13. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Perleberg
8.07.-12.07.2009 16. POTK Plachtarský Oldtimer klub - Stankov bei Plzen
4.07.-5.07.2009 "Zirkus am Himmel" über Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V.
21.05.-22.05.2009 Flugplatzfest Salzwedel - Luftsportverein Salzwedel e.V. / Klein Gartz
16.05.-17.05.2009 Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V.
11.04.-12.04.2009 80 Jahre Segelflugverein Bielefeld
2009 Aufgrund von technischen Wartungsarbeiten wird der Schulgleiter
SG 38 D-7738 voraussichtlich vorerst nicht fliegen, sondern als
Austellungsstück gezeigt werden.

Flug- und Vorführtermine 2008

25.10.-26.10.2008 Hang-Fliegen in Rana bei Louny (Tschechien)
18.10.2008 75 Jahre Segelflug-Post - Schwartenberg-Neuhausen (Erzgebirge)
13.09.-14.09.2008 Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf
30.08.-31.08.2008 12. Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Brandenburg
16.08.-17.08.2008 Flugplatzfest in Zwickau
06.07.2008 Autoschlepp auf dem Flugplatz Reinsdorf
05.07.2008 Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V.
21.06.-22.06.2008 50 Jahre Flugplatz Pirna (bei Dresden) - Aeroclub Pirna e.V.
15.06.2008 Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode
08.06.2008 Fliegerfest Bronkow - Fliegerclub Bronkow e.V.
24.05.-25.05.2008 Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V.
11.05.2008 "Hol's der Teufel" - Streckenflug in Grunau

Flug- und Vorführtermine 2007

20.10.-21.10.2007 Herbstlehrgang- Flugplatz Laucha-Dorndorf
15.09.2007 Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf
09.09.2007 Luftsporttag 2007 und Besuchertag - aeroteamKLIX
25.08.-26.08.2007 50 Jahre Flugplatz Auerbach - Fliegerklub Auerbach/Vogtl. e.V.
18.08.-19.08.2007 Flugtage in Bautzen - Flugplatzparty für die ganze Familie
18.08.2007 "Hol's der Teufel" - Fliegen am Hutberg in Kamenz
20.07.-21.07.2007 VGC Rendezvous 2007 - Aeroklub Raná bei Louny (CZ)
14.07.-15.07.2007 Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V.
07.07.2007 80 Jahre Fliegen - Flugplatz Welzow
01.07.2007 Landesjugendvergleichsfliegen - Flugplatz Pirna (bei Dresden)
17.06.2007 Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode
16.06.2007 Zlin-Treffen und Tag der offenen Tür - Fliegerclub Kamenz e.V.
10.06.2007 Fliegerfest 70 Jahre Flugplatz Bronkow - Fliegerclub Bronkow e.V.
19.05.-20.05.2007 Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V.
06.05.2007 Gummiseilstart-Tag - Aeroklub Hoyerswerda e.V.

Flug- und Vorführtermine 2006

29.10.-01.11.2006 Dresdner Herbst - Messe Dresden Stand DAeC
16.09.-17.09.2006 Oldtimer und Gleitertreffen Laucha - Flugplatz Laucha-Dorndorf
09.09.-10.09.2006 50 Jahre Flugplatz Böhlen - Fliegerclub Böhlen e.V.
02.09.2006 50 Jahre Segelwiese Riesa - Segelfliegerclub Riesa-Canitz e.V.
26.08.-27.08.2006 80 Jahre Flugplatz Zwickau - Flugplatzfest in Zwickau
19.08.-20.08.2006 Flugtage in Bautzen - Flugplatzparty für die ganze Familie
11.08.-13.08.2006 10. Kleines Segelflieger-Oldtimertreffen in Stölln/Rhinow
15.07.-16.07.2006 Flugplatzfest Nardt - Aeroklub Hoyerswerda e.V.
18.06.2006 Fabrik-Fest-Spiele - Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode
03.06.-04.06.2006 Flugplatzfest Kamenz - AERO Lausitz
20.05.-21.05.2006 Fliegerfest Oschatz - Fliegerclub Oschatz e.V.

Ausgewählte frühere Flug- und Vorführtermine

2005 Klix, Neuhausen
2004 Oschatz
2003 Taucha
2002 Eisenhüttenstadt, Greiz, Göpfersdorf
1998 Schwarzheide
1997 Görlitz, Langhennersdorf, Bronkow, Auerbach
1996 Zwickau
1995 Finsterwalde, Marping, Pirna
05.08.1994 Erstflug nach Grundüberholung in Nardt

Geschichten über die Schulgleiter


Mit dem Begriff Schulgleiter kann eine ganze Generation von Gleitflugzeugtypen bezeichnet werden, die alle etwas gemeinsam hatten: sie waren einfach und preiswert im Aufbau, leicht zu fliegen und damit ideal für die vorherrschende Einsitzerschulung geeignet, da im Falle eines Falles Reparaturen einfach zu bewerkstelligen waren. Und heute sind es alle Oldtimer. Zu den Schulgleitern gehören bekannte Typen wie "Hol's der Teufel", Schädelspalter, Zögling, SG 38, aber auch weniger bekannte Typen wie Besenstiel, Honza, Salamandra, T.38, ..

Hol's der Teufel

Der Urtyp der Schulgleiter-Familie ist wohl der Gleiter "Hol's der Teufel", konstruiert 1923 von Alexander Lippisch. Über seine Entstehungsgeschichte schreibt Fritz Stamer in seinen Erinnerungen "Zwölf Jahre Wasserkuppe" folgendes:

Hol's der Teufel Es wurde wieder einsamer auf der Wasserkuppe. Nur Dr. Allasch und Bergwyk wollten mit uns überwintern (1922/23). Wir hatten noch eine Maschine hinzubekommen - Hangwind. Lippisch hatte sie entworfen, und die Schweden hatten eifrig daran mitgebaut. Sie schlugen sich bei der ungewohnten Beschäftigung des Nagelns häufig auf die Finger. "Djavlar - anamma" fluchten sie dann, und sie fluchten den ganzen Tag. Wir haben die Maschine dann so getauft. "Hol's der Teufel" oder so ähnlich hieße das, hatten uns die Schweden auf Befragen mitgeteilt. In Gesellschaft schwedischer Damen haben wir dann bald darauf ein peinliches Schweigen mit unseren schwedischen Kenntnissen verursacht. Dieser Kernfluch hieße übersetzt unaussprechlich anders, wurde uns jetzt gestanden, doch wie - das wissen wir leider immer noch nicht, so dass wir auch auf Nachfrage keine Auskunft geben können. Die Maschine aber, die wir nun vorsichtshalber "Hol's der Teufel" nannten, flog ausgezeichnet, segelte bei wenig Wind, war einfach und billig und leicht zu bauen. Sie wurde zur Stammesmutter einer ganzen Gruppe ähnlicher Maschinen. Wir glaubten in ihr ein Übungsflugzeug geschaffen zu haben.

Der "Hols der Teufel" ist einer der Urväter des Schulgleiters SG 38, von Alexander Lippisch 1923 konstruiert und als erstes Serienprodukt von Alexander Schleicher ab 1927 gebaut. Nichtsdestotrotz sind erstaunlicherweise die Flugleistungen des "Teufels" erheblich besser als die des 10 Jahre später in großer Stückzahl gebauten und bekannteren SG 38.

Ein besonders Detail in der Geschichte des "Hol's der Teufel" ergibt sich aus historischen Hinweisen, nach denen die Gebrüder Horten vor dem Bau der Horten H Va die Verwendung von Trolitax an einem "Hol's der Teufel" ausprobierten, indem sie dessen Fläche aus Trolitax bauten und damit wichtige Erfahrungen sammeln konnten. Gleichzeitig wäre der "Hol's der Teufel" damit eines der ersten jemals gebauten Kunststoffflugzeuge.

Das Oldtimerflugzeug Hol's der Teufel OK-A415

Das wieder auferstandene Gleitflugzeug der tschechischen Fliegerfreunde Leník, Krejcí und den Maleschka's ist mit Verstrebungen wie die meisten "Teufel" gebaut wurden. Erste Exemplare des "Teufels" hatten allerdings wie der SG 38 noch einen Spannturm und Seilverspannungen. Der Erstflug der Replika fand nach über 3000 Baustunden im Mai 2004 statt. Seitdem begeistert dieses Flugzeug mit häufigen Vorführungen und der Einladung zum Selberfliegen die Piloten und Zuschauer.

Schulgleiter SG 38

Der Schulgleiter SG 38 wurde 1938 entwickelt und ist wohl eines der am weitesten verbreiteten Flugzeuge der Ära der Alleinflugausbildung in den vierziger Jahren. Dieses Gleitflugzeug wurde in großer Stückzahl sowohl im Amateurbau als auch im Industriebau hergestellt und wurde hauptsächlich zur Anfängerschulung eingesetzt.
Und auch beim Neuanfang des Segelfluges in den fünfziger Jahren begann man mit der Ausbildung auf dem Schulgleiter.

Als Konstrukteure des Schulgleiters SG 38 gelten Fritz Stamer und Alexander Lippisch. Weiterhin zählen die Flugzeugbauer und Konstrukteure Schneider (Grunau-Baby), Hofmann und Rehberg aus dem Flugzeugwerk Schneider in Grunau (Jezów Sudecki), nahe dem heutigen Jelenia Góra in Polen dazu. Übrigens bezieht sich die Abkürzung SG eigentlich nicht auf die Bezeichnung Schul-Gleiter, sondern auf Schneider in Grunau.

Neben dem "Hol's der Teufel" wurde der Schulgleiter SG 38 aus den Mustern Zögling 31 und Zögling 35 sowie dem Grunau 9 (dem legendären Schädelspalter) weiterentwickelt, an denen Fritz Stamer und Alexander Lippisch ebenfalls maßgeblich beteiligt waren. Dieses Flugzeug eignete sich besonders für die damals übliche Einsitzer-Schulung, da es auch härtere Landungen leicht wegstecken konnte. Tausende von Piloten machten ihre ersten Sprünge auf einem SG 38 und kaum ein Gleitflugzeug wurde häufiger gebaut und geflogen ..

15 Jahre Entwicklungsarbeit

an einfachen Gleitflugzeugen brachten 1938 den ausgereiftesten Schulgleiter als Einheitstyp für die Anfängerschulung hervor. Durch die Verbesserung des Zöglingprofiles konnte eine Leistungssteigerung erreicht werden. Neben den industriell gefertigten ca. 8.750 Exemplaren entstanden auch in den folgenden Jahrzehnten auch in den Segelflugvereinen eine weitgehend unbekannte Menge. Er flog in vielen Ländern und war auch in der DDR bis etwa 1960 das Standard- Schulflugzeug. In den 50er Jahren wurden im VEB Apparatebau Lommatzsch (Sachsen) sowie im VEB Waggonbau Gotha eine große Anzahl von Schulgleitern gebaut. In Großbritannien produzierte die Firma Slingsby den Gleiter als T.38 (Grasshopper genannt). Dabei erhielt er einige Änderungen an Tragfläche und Leitwerk.

Aufbau

Durch den einfach gehaltenen Aufbau eignete sich der SG 38 zur serienmäßigen Herstellung in Flugzeugwerften, aber auch zum Bau in Fliegergruppen.

Der Schulgleiter SG 38 ist ein stahldrahtverspannter Hochdecker in Holzbauweise. Der Rumpf, Spannturm und Gitterschwanz bilden ein ebenes Holzfachwerk. Der Flügel ist zweiteilig und hat eine geringe V-Form. Gespleisste Drahtseile zwischen dem Spannturm oben und dem Rumpf unten geben der Fläche den notwendigen Halt. Der als Gitterschwanz ausgebildete Leitwerksträger wird mit Bolzen am Spannturm angesteckt. Die Anlenkung der Ruderflächen erfolgt über zahlreiche Drahtseile und Umlenkrollen, die am Rumpf, Gitterschwanz, sowie in den Tragflächen angebracht sind. Die Verwindungen der Querruder am Ruderaußenende nach oben dienen der Querstabilität und beugen Randbogenbeschädigungen am Boden vor. Zum Austrimmung werden je nach Gewicht des Piloten Bleigewichte vor den Steuerpedalen bzw. am hinteren Spannturm angebracht. Die gefederte Kufe ist aus Eschenholz gefertigt.

Das Oldtimerflugzeug SG 38 D-7738 des Aeroklub Hoyerswerda e.V. in Nardt

Schulgleiter SG 38 mit dem Schulgleiter 2G

Gegenwärtig gibt es noch einige flugfähige Gleiter in Deutschland, davon 3 Exemplare aus der DDR-Zeit. Der Schulgleiter SG 38 mit der heutigen Zulassung D-7738 wurde am 28.10.1953 in Dienst gestellt und flog bis zum 19.07.1967 unter seiner Zulassungsnummer 269 am Flugplatz Bronkow. Der eingesetzte Leim begrenzte die Lebensdauer des Fluggerätes auf 15 Jahre. Nach jahrzehntelanger Unterbringung an den Flugplätzen Nardt (Sachsen) und Bronkow (Brandenburg) wurde der Schulgleiter von den Fliegerkameraden des Aeroklub Hoyerswerda e.V. unter Leitung des Werkstattleiters Herbert Hansel zwischen 1992 und 1994 grundüberholt. Am 05.08.1994 wurde das Flugzeug durch den Fluglehrer Heinz Mehlhose erneut eingeflogen. Seit dem 05.07.2006 ist der SG 38 D-7738 für den Flugzeugschlepp zugelassen.

Die Lackierung und die Kennzeichnung (außer dem jetzigen Kennzeichen) sind originalgetreu. Der Schulgleiter dient heute als Oldtimer und fliegender Zeitzeuge der Luftfahrtgeschichte.

Flugeigenschaften des Schulgleiters


Das Fliegen mit den Oldtimern an sich ist schon eine aufregende Sache. Dazu kommen noch einige besondere Startarten, die schon lange nicht mehr gebräuchlich sind, aber mit den Schulgleitern leben und überleben.

Zögling im Fluge

Ausbildung von damals

Über das Fliegen mit dem Schulgleiter Zögling und über die damalige Schulung im Gummiseilstart am Hang fand ich diese bemerkenswerte SW-Filmaufnahme aus vergangenen Zeiten. Unbedingt sehenswert, da auch Aufnahmen während des Fluges mit dem Schulgleiter enthalten sind.
Georg Schwab vom Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe belegt, daß die Aufnahmen auf der Wasserkuppe mit Startrichtung West (vom heutigen Windenstartplatz auf dem Weltenseglerhang) entstanden. Georg ist sich so sicher, weil er selbst von dieser Stelle viele SG-Starts mit dem Gummiseil gemacht hat und auch hunderte von Fliegerkameraden als Fluglehrer mit dem SG in die Luft geschickt hat. Ausserdem sind einige Landschaftstypische Merkmale zu sehen, zum einen eindeutig die Eube und einmal auch kurz der alte Wasserturm auf der Kuppe neben der "Baude".

Leider sind über den genauen Inhalt, die Aufnahmetechnik und den Zeitpunkt der Aufnahme keine weiteren Details bekannt. Ich vermute, daß die Aufnahmen zwischen 1935 und 1938 gemacht wurden.

Windenstart

Heute üblich ist der Windenstart mit dem Schulgleiter. Dazu kann jede Segelflugschleppwinde genutzt werden oder auch eine leichtere Drachenflugwinde.
Der Schulgleiter SG 38 verhält sich aufgrund seiner Bugkupplung beim Windenstart etwas anders als Segelflugzeuge mit Schwerpunktkupplung. Gestartet wird mit voll gezogenem Höhenruder und nach dem Anschleppen hebt der SG 38 relativ schnell ab. Durch die an der benutzten Bugkupplung angreifende Zugkraft und des Gewichtes des Windenseils wird der Anstellwinkel jedoch schnell begrenzt und ein relativ flacher Schlepp beginnt. Das automatischen Auskuppeln ist meist mit einem kräftigen Satz nach oben verbunden, weil das Gewicht des Windenstahlseiles abrupt abfällt.

Flugzeugschlepp und Doppelschlepp

Schon weniger verbreitet ist der Flugzeugschlepp des Schulgleiters SG 38. Seit dem 05. Juli 2006 ist der SG 38 D-7738 nach einem erfolgreichen Zugbelastungsversuch für den Flugzeugschlepp zugelassen. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im F-Schlepp von 90km/h schränkt die Auswahl an möglichen Schleppflugzeugen allerdings ein. Als bewährte Schleppflugzeuge gelten der Motorsegler Falke SF-25 und das UL-Flugzeug ICARUS C42. Das Schleppen mit einer Super-Dimona ist ebenfalls möglich. In Tschechien kommt vereinzelt auch die Moravan Aero L-60 Brigadyr, ein Nachfolger des Fieseler Storch Fi156, zum Einsatz. Mit Schulgleitern, die als UL-Segelflugzeug wie die OK-A910 zugelassen sind, wurden mit Schlepp-Trikes ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Im Doppelschlepp mit dem "Hol's der Teufel" macht der Schulgleiter SG 38 eine gute Figur.

Ansonsten ist der Flugzeugschlepp vor allem bei Thermik echt sportlich, da die Kräfte und Aussteuerwege am langen Steuerknüppel doch erheblich sind. Kurioser Weise wurde die Beschränkung auf eine maximale Flughöhe von 300m offiziell nicht aufgehoben.

Gummiseilstart

Heute nur noch selten im Gebrauch ist der Gummiseilstart. Dazu wird die Spannkraft eines ausgezogenen Gummiseils genutzt, um dem Schulgleiter zum Start eine Anfangsgeschwindigkeit zu geben. Damit kann der Schulgleiter abheben und ein kleine Strecke fliegen. Macht dabei unheimlich viel Spaß!
Der Gummiseilstart ist zwar auch in der Ebene möglich, aber urspünglich diente er zum Start beim Segelfliegen am Hang. Dabei rennen bis zu 12 "Gummihunde", also die Seilauszieher, bergab und spannen das Gummiseil. Ist die notwendige Spannung erreicht, wird die Verankerung des Flugzeuges gelöst und der SG 38 "schiesst" vorwärts. Wenn gleichzeitig der Hangwind unter die Flügel greift, kann sogar ein längerer Flug folgen, nach dem auch wieder an der Startstelle gelandet werden kann. Trägt der Hang nicht, so muß im Tal gelandet werden und ein schweißtreibender Rücktransport zur Startstelle beginnt.

Zum Gummiseilstart-Tag 2007 auf dem Flugplatz Nardt und beim Fliegen am Hutberg in Kamenz konnten wieder einige Gummiseilstarts mit dem Schulgleiter SG 38 gemacht werden und eine Reihe von Befähigungen nachgewiesen werden.

Eine detailierte Anleitung zum Gummiseilstart sowie die dafür erstellte Ausbildungsrichtlinie können abgerufen werden.

Autoschlepp

Der Autoschlepp oder Kraftwagenschlepp wird in Europa leider nur noch selten praktiziert. Sinnvoll einzusetzen ist dieser nur bei entsprechend langen Startbahnen. Er wird auf mehrere Arten praktiziert:

Einerseits kann das Zugfahrzeug den Schulgleiter an einem fest angeschlagenem Seil ähnlich wie bei einem Drachenstart vorwärtsziehen, wobei das Flugzeug an Höhe gewinnt. Das Schleppen über eine Umlenkrolle ist sinnvoll, um den notwendigen Platz zu verringern. Da die Länge des Seil relativ kurz ist, sind auch die erreichbaren Auskuppelhöhen eher gering.
Um die Kräfte und Geschwindigkeiten von Flugzeug und Zugfahrzeug besser anpassen zu können, kann deshalb eine zusätzliche Abrollwinde auf dem Zugfahrzeug installiert werden, die während des Schlepps langsam Seil nachgeben kann, und so die Auskuppelhöhe effektiv verbessern kann.

Eine zum Autoschlepp erstellte Ausbildungsrichtlinie kann abgerufen werden.

Am 6.07.2008 konnte beim Autoschlepp in Reinsdorf eine Ausbildung zur Startart Autoschlepp abgeschlossen werden, die es hoffentlich ermöglicht, auch zukünftig diese fast vergessene Startart zu erhalten.

Flug und Landung

Das Gleitverhältnis des Schulgleiters beträgt bei 52 km/h nur ca. 1:6, optimistische Schätzungen gehen bei Benutzung der Bootverkleidung von bis zu 1:10 aus. Dieses Gleitvermögen ist das eigentliche A und O beim Schulgleiter-Fliegen. Bei den geringen Auskuppelhöhen aus dem Windenschlepp heraus von ca. 200m ist deshalb oft nur eine kleine Platzrunde möglich, manchmal noch nicht mal das. Dann ist eine Umkehrkurve mit nachfolgender Rückenwindlandung sinnvoll.

Da es keine Landehilfen gibt, ist eine wohl überlegte Platzrundeneinteilung unbedingt notwendig. Besondere Beachtung sollte die letzte Kurve zum Eindrehen in den Endanflug finden. Diese darf nicht zu spät geflogen werden, damit ein Aufsetzen im Schiebeflug vermieden wird. Um den Gleitwinkel wenigstens ein wenig steuern zu können, kann man schneller fliegen, um noch schneller zu sinken. Allerdings kann man den Schulgleiter nicht mehr "hochziehen", um die Energie wieder in Höhe umsetzen, weil nach dem "Nase hoch nehmen" die Fahrt mit dem großen Anstellwinkel aufgrund des hohen Widerstandes gleich wieder weg ist. Somit ist das zielgenaue Landen am T schon recht anspruchsvoll.

Zum Abfangen sollte die Geschwindigkeit ca. 60-65 km/h betragen, um ein wenig ein Ausschweben zu ermöglichen. Ansonsten würde sich der Schulgleiter nach dem Abfangen sofort hinsetzen.

Streckenflüge

Auch mit den Oldtimer-Gleitflugzeugen sind noch respektable Strecken zu fliegen. Folgender Flugbericht aus Grunau, dem heutigen Jezów Sudecki, über einen freien 50 km Vieleck-Flug 2008 von Ulf Kern beweist, daß die Oldtimer noch lange nicht zum alten Eisen gehören.
Inzwischen hat Ulf Kern einen 101 km Streckenflug mit dem Hol's der Teufel erflogen und damit alle Bedingungen für die Silber-C auch auf diesem Oldtimer erreicht.

Technische Zeichnungen, Baupläne und Unterlagen zum SG 38


Auf der folgenden Seite werden technische Bauzeichnungen, Beschreibungen, Unterlagen, Änderungen und Baupläne für den Schulgleiter SG 38 in digitaler Form kostenlos zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Fülle an Material wird der Datenbestand laufend erweitert und ist momentan noch nicht vollständig. Dabei wird vorerst verzichtet, alle Zeichnungen, Unterlagen und Baupläne wieder als originale A0-Zeichnungen zusammenzusetzen. Die Zeichnungen werden mit Zeichnungsnummer und einer laufenden Scan-Nummer ergänzt. Ein HTML-Framework bindet die Einzelseiten wieder zusammen. Um den kompletten Zeichnungsatz für den Schulgleiter SG 38 abzurufen empfehle ich die Nutzung eines Tools wie HTTrack oder WGet. Zur Ansicht der CAD-Zeichnungen ist ein zusätzlicher Viewer für das verwendete DWG-Format notwendig, beispielsweise eDrawings™. Für die Zukunft ist die Abgabe der Pläne auch als CD-ROM geplant.

Mit freundlicher Unterstützung durch Semih Oksay, Gerhard Maleschka, Jirí Leník, dem tschechischen Plachtarský Old Timer Club und dem Aeroklub Hoyerswerda e.V.

Nutzungsbedingungen: Diese Zeichnungen sind ausdrücklich zur kostenlosen Weitergabe bestimmt und dürfen nicht verkauft werden. Ausnahmen sind allein Porto und Kopierkosten, sofern diese aufgetreten sind. Um den Missbrauch nicht zu unterstützen, ist der Zugang zur Zeichnungsablage mit einem Passwort geschützt.
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Die Original-Zeichnungen sind wohl um die 50 Jahre und älter. Sollten deshalb Teile von Zeichnungen nicht mehr eindeutig lesbar sein, so bitte ich um eine kurze Mitteilung. Ich werde versuchen, diese Zeichnungsteile mit Hilfe weiterer zur Verfügung stehender Zeichnungssätze zu verbessern und lesbar zu machen.

Schulgleiter SG 38 Galerie mit Detailaufnahmen

Zur Unterstützung gibt es eine Galerie von Fotos mit Detailaufnahmen von SG 38 Baugruppen. Alle mit einem rotem Rahmen gekennzeichneten Minibilder können durch Klick auf das Format 3264x2448 vergrößert werden.

Sollten Details fehlen, können diese auf Nachfrage gern eingestellt werden.

Kontaktmöglichkeiten


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oder telefonisch +49 3571 / 42 87 58 (Aeroklub Hoyerswerda e.V. - Flugplatz Nardt)

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